Earth Defense Force 4.1 – Test

    Wer Trash mag, der kennt als Zocker bereits die fast schon kultige Spieleserie Earth Defense. Mit dem kürzlich erschienenen Earth Defense 4.1: The Shadow of New Despair bekommt das Remake für Playstation 4 nicht nur ein technisches Upgrade spendiert. Hier unser kompletter Test!

    Wenn wir eingangs von einem Remake sprechen, dann beziehen wir uns auf Earth Defense Force 2025. Dieser Ableger der Saga erschien vor einigen Jahren für Playstation 3 und wurde von den Fans der Spielereihe gefeiert. Nun also wurde der Sprung auf die aktuelle Playstation 4 gewagt und man schliff ordentlich an der Technik.

    Im Grunde muss man als Videospieler dankbar dafür sein, dass es noch solche Serien wie Earth Defense gibt. In Zeiten, wo die Buttons auf dem Gamepad doppelt und dreifach belegt sind, wo man ein Navi für die Map im Spiel benötigt und wo man zwischen unzähligen NPCs immer den richtigen suchen geht, besinnt sich Earth Defense auf ganz andere Tugenden. Der reine Purismus steht hier im Vordergrund und das Spiel gehört mit zu den ehrlichsten Vertretern seiner Zeit. Hier erwarten euch keine umfangreichen Tutorials und keine kinoreifen Ziwschensequenzen, sondern einfach nur ein frustbefreiter Zock.

    Man schlüpft in die Rolle eines EDF-Soldaten und schickt sich an, die Erde von der drohenden Invasion fieser Aliens zu befreien. Das allein reicht aus, um dem Spiel seine Daseinberechtigung zu erteilen.

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    4 Kämpfer – für jeden ist einer dabei

     

    Gespielt wird aus der 3rd Person Sicht. Genauso simpel, wie die Story, ist dann auch das Gameplay, das sich über den gesamten Spielverlauf hin nicht um einen Millimeter bewegt. Man wählt seinen Soldaten, zieht hinaus in die Stadt und ballert alle Insekten und Roboter um, die sich an unserer Heimat zu schaffen machen. Unterwegs sammeln wir neue Waffen uns müssen zusehen, dass wir an den erlegten Feinden unsere Hitpoints wieder regenerieren. Immerhin stehen uns 4 Kämpferklassen zur Auswahl, die genretypisch vom Normalo über den Sniper bis hin zum Frontkämpfer die üblichen Verdächtigen mit sich bringen.

    Das Ganze spielt sich immerhin butterweich bei 60 Frames in 1080p – zumindest meistens. Neben dieser technischen Politur legten die Entwickler auch eine Schippe bei der KI mit oben drauf. Im Hinblick auf das Original ein sinnvoller Schritt, war die KI in 2025 doch einer der größten Kritikpunkte. Das heißt in der Praxis, dass sich die Insektoiden, Roboter und feindlichen Raumschiffe nicht mehr ganz so dämlich anstellen, wie noch vor einigen Jahren. Und auch unsere KI-gesteuerten Soldaten haben ein paar IQ-Punkte mehr, wie es scheint, denn sie machen aktiv Gebrauch von der Umwelt und nutzen jetzt u. a. sogar Fahrzeuge.

    Je nach Gegneraufkommen fällt die Framerate dann aber auch spürbar und tendelt um die 30 Frames. Es wird zwar zu keinem Zeitpunkt ruckelig, aber die 60 Frames werden eben vollmundig vom Entwickler angepriesen und schlussendlich nicht konstant eingehalten – schade. Ohnehin ist die Kombination von hoher Bildrate und voller HD-Auflösung nur deshalb so gut geglückt, weil die grafischen Ansprüche eher altbacken sind. Simple Gebäudestrunkturen, generische Feindestexturen und auch sonst geht man optische Schönheit in diesem Spiel suchen. Im Grunde findet man hinter jedem Häuserblock genau die gleichen Texturen, die man erst wenige Minuten zuvor schon gesehen hat.

    Immerhin bleibt, wie auch in den anderen Teilen, der Koop der größte Lichtblick. Dieser ist online mit bis zu 4 und offline zu zweit spielbar und gerade letzteres Feature kann ein echter Langeweilekiller daheim auf der Couch sein. Einzige Vorraussetzung: Beide Spieler mögen diese Art puristischen Spieles und beide können mit trashigem Humor etwas anfangen.

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    Platz für Humor ist immer mehr als genug

    Fazit

    Ballern, ballern, ballern: Reduziert man EDF 4.1 rein auf die nakten Fakten, dann hätten wir hier einen Kandidaten für die goldene Himbeere unter den Videospielen. Denn im Grunde könnte das Spiel aus einer Zeit stammen, die locker 10 Jahre in der Vergangenheit liegt und viel eher an die PS3 bzw. Xbox 360 Generation erinnert, als an den heutigen Standard. Und trotzdem schafft es das Spiel, den Spieler in den Bann zu ziehen, sofern er sich darauf einlassen kann. Unzählige Sammelitems und knapp 100 Missionen sorgen für langanhaltenden Spielespaß, dem man dank Koop sogar auch zu zweit daheim auf der Couch frönen kann.

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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur