Best of Board Games – Test / Review

    Wer unterwegs nicht auf altbekannte Spieleklassiker verzichten möchte, für den hat BigBen Interactive jetzt die passende Lösung parat. Die drei beliebten Zeitfüller Solitär, Schach und Mah-Jongg gibt es als kleine Spielsammlung für den Nintendo 3DS.

    Der Start des Spiels erweist sich als gewohnt unkompliziert: Einlegen und loslegen. Im Hauptmenü dürfen wir aus den drei Spielen Mah-Jongg, Solitär und Schach auswählen. Das komplette Spielgeschehen findet auf dem unteren Touchscreen statt, während das obere Display als Punktetafel dient. Ein netter Hintergrund wurde für jedes Spiel gewählt, der für seichtes Ambiente im passenden Setting sorgt.

    Mah-Jongg

    Es gibt 2 Modi: Abendteuer und Klassik. Im Abenteuer-Modus müssen wir unser Können unter Beweis stellen und schalten mit jedem gelösten Rätsel das nächste Level frei. Im Klassik-Modus stehen uns insgesamt 60 Sets zur Auswahl, die sich in Schweregrad, Anzahl an Steinen und dem Aussehen unterscheiden. Für beide Modi gibt es zwei unterschiedliche Steinesets, eines mit modernen Motiven und eines mit der klassischen Optik.
    Am Grundprinzip des Spiels hat sich derweilen natürlich nichts geändert. Immer zwei gleiche Steine können markiert werden und verschwinden dann vom Spieltisch. Wichtig hierbei ist, dass die Steine nicht teilverdeckt oder seitlich zugebaut sein dürfen, sonst können sie erst gar nicht markiert werden. Bei Bedarf wird Neulingen das Spielprinzip auch einleuchtend in einem kleinen Tutorial erklärt.

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    Solitär

    Auch hier stehen die beiden Modi Abenteuer und Klassik zur Auswahl. Wie bereits in Mah-Jongg können im Abenteuer-Modus nach und nach neue Herausforderungen freigespielt werden. Im Klassik-Modus warten direkt mehrere vordefinierte Spieltypen auf uns: Klondike, Spider, Freecell, Golf und Pyramide. Freecell ist übrigens der Grund, warum auf der Spielpackung mit 4 Spielen geworben wird statt 3. Je nach Typ ändert sich demnach der Aufbau des Kartenmusters und fordert mehr oder weniger unseren Grips.
    Die verschiedenen Spieltypen werden auch hier ebenfalls in kleinen Tutorials erklärt, denn das Prinzip ändert sich je nach gewähltem Kartenset. Wer also keine Ahnung hat, worin der Unterschied zwischen Klondike und Freecell besteht, der findet hier eine eingängige Hilfe. Weiterhin darf gewählt werden, ob eine oder drei Karten bei jedem Zug vom Stapel gezogen werden.

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    Schach

    Bei Schach gibt es drei Modi: Abenteuer, Klassik und Herausforderung. Der Abenteuer-Modus ist gleich dem der anderen Spiele, mit jedem geschafften Abschnitt schalten wir eine neue Runde frei. Der Klassik-Modus sollte klar sein, hier duelliert man sich im 1 zu 1. Zur Anpassung des eigenen Könnens kann die KI von leicht bis schwer variiert und ein Zeitlimit vordefiniert werden.

    In den unterschiedlichen Herausforderungen gilt es, in einer Vorgabe von 1 bis 5 Zügen, den Gegner matt zu setzen. Leider ist der Modus Klassisch ziemlich daneben geraten und das ist völlig unverständlich und total unnötig. Das Spiel gibt nämlich immer per Pfeil den nächsten optimalen Zug vor. Dadurch sinkt die eigene Denkleistung gen 0, man kann einfach stumpf dieser Vorgabe folgen. Ringt man sich dann doch mal zu einem eigenen Zug durch, lenkt die Vorgabe durch das Spiel ziemlich ab. Das wäre ja halb so schlimm, wenn es eine Option zur Abschaltung der Zugvorgabe geben würde, doch in den Optionen fehlt diese leider.

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    Der Schweregrad aller drei Spiele, abgesehen vom Klassik-Modus in Schach, ist recht knackig. Als Gelegenheitsspieler kommt man schon recht früh ins Grübeln und sieht der tickenden Uhr mit Schrecken entgegen. Selbst Veteranen fordern die steigenden Schweregrade in den Herausforderungen oder Abenteuer-Modi einigen Hirnschmalz ab.

    Uns hätte ein Mehrspielermodus gefreut. Mah-Jongg kann Spaß machen, wenn man sich im Duell um Schnelligkeit mit einem Mitspieler messen kann. Und Schach bietet doch die Steilvorlage für einen Mehrspielermodus schlechthin, schade. Weiterhin gibt es keine Option zum Speichern. Also ist man entweder zum Beenden der Runde verdammt, oder man klappt den 3DS zu und hofft, dass der Akku in der Zwischenzeit nicht leer geht.

    Alle Spiele werden mit dem Touchpen am unteren Bildschirm gespielt. Die Eingabe funktioniert leicht und präzise. Selbst bei Mah-Jongg, wo sich viele kleine Steine auf dem Bildschirm tummeln und die Grafik des 3DS zur leichten Pixeligkeit neigt, klappt das Tippen mit dem Stylus sehr ordentlich und treffsicher. Die Funktion des 3D nutzt Best of Board Games übrigens nicht. Hier wären vielleicht ein paar lustige Effekte nett gewesen, etwa, wenn man beim Schach eine Figur schlägt oder ein Paar bei Mah-Jongg aufgedeckt hat.
    Grafisch ist das Spiel schlicht gehalten, aber das sollte bei diesen Klassikern auch so sein. Hier wirken alle Grafiken passend und überfordern niemanden, auf unnötige Spielereien wurde komplett verzichtet. Best of Board Games ist für alle Altersklassen geeignet, durch die leichte Bedienung sowohl für Kinder, als auch für Oma und Opa sehr schnell zugänglich.

    Die Sound- und Musikkulisse bleibt immer im Hintergrund und setzt leichte Akzente. Glücklicherweise bleibt die Musik immer unaufgeregt, so dass der Sound niemals Hektik verbreitet, die schon mal aufkommen kann, wenn die Uhr Richtung 0 tickt.

     

    Fazit

    Drei altbekannte Spieleklassiker für Unterwegs, das bietet Best of Board Games. Die Games bringen gewohnte Kost für Zwischendurch mit, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dadurch, dass nur 3 Klassiker enthalten sind, besteht die Hoffnung, dass eine weitere Sammlung folgen wird, z.B. mit Mühle, Backgammon, etc. Schach bietet im Klassik-Modus den Negativpunkt dieser Sammlung, denn mit der eingeblendeten Vorgabe optimaler Spielzüge sackt der Spielspaß ziemlich in den Keller. Die leichte Zugänglichkeit, die präzise Steuerung und das leichte Spielprinzip machen Best of Board Games zum seichten Allrounder für alle Spielergruppen von jung bis alt. Was uns fehlt: Ein Mehrspielermodus und eine Option zum Speichern, ansonsten läuft die Sache ziemlich rund. Das Spiel ist bereits zum Release als Budget-Titel für 29,95€ erhältlich.

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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur