Battle Worlds: Kronos – Test / Review

    Wollt ihr mal wieder ein kerniges Strategiespiel zocken, dann könnte euch Battle Worlds: Kronos gut gefallen. Warum und weshalb, das erklären wir euch in unserem Test.

     

    Im Laufe der letzten Jahre wurden Videospiele mit immer mehr Tam-Tam aufgezogen. Mittlerweile gehören cineastische Zwischensequenzen, die einem Hollywood-Streifen alle Ehre machen würden, fast schon zum täglichen Brot bei uns Spielern. Ganz konträr dazu gibt es aber auch Videospiele, die sich auf die wahren Werte ihres jeweiligen Genres fokussieren und die spielerische Herausforderung in den Vordergrund rücken. Battle Worlds: Kronos aus der Bremer Entwicklerschmiede King Art Games zählt ganz klar zu letzterem.

    Rundenstrategie muss man dabei schon mögen, um mit Battle Worlds: Kronos seinen Spaß zu haben. Während vor rund einem Jahrzehnt der Genre-Riese Battle Island für damalige state of art Elemente sorgte, blieben nur wenige Spiele diesem Genre treu. Die Heroes of Might and Magic Reihe ist vielleicht eines der letzten standhaften Relikte eben jener Zeit, als APM und Shortcuts zum Einheitenspeichern noch völlig fremde Begriffe waren. Battle Worlds: Kronos ist vielleicht am ehesten tatsächlich mit dem eben genannten Battle Island zu vergleichen. Nicht nur wegen seiner Aufteilung der Spielfläche in Hexagone, sondern auch für den Grundgedanken des Spiels. Ihr sollt mit den wenigen Mitteln, die euch zur Verfügung gestellt werden, auskommen. Besser noch: Gewinnen. Also strengt euch an, denkt vor jedem Spielzug nach und führt bloß keine planlosen Aktionen aus.

    Eine Basis gibt es im Spiel nicht. Die Einheiten, die man zum Erreichen des Missionsziels vom Start weg bekommt, müssen vorerst reichen. Jedenfalls mindestens so lange, bis man sich eine Fabrik oder Flughafen unter die Nägel gerissen hat. Dann nämlich darf man wertvolle Kampfmaschinen nachproduzieren und ins Feld führen. Die Eroberung solch strategischer Punkte sollte also immer mit einem Auge verfolgt werden.

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    Das ist in der Tat wichtig, denn erstens schläft der Gegner nicht und zweitens startet man oft in vermeintlicher Unterzahl. In insgesamt 13 Einsätzen plus Zusatzmissionen und erreichbaren Nebenzielen müsst ihr es schaffen, als Sieger vom Feld zu gehen. Warum wir das müssen? Das wird in Battle Worlds: Kronos recht fix erklärt. Wir vertreten eines von mehreren Herrscherhäusern des Planeten Kronos. Alle wollen den Planeten regieren, aber wie das nunmal so ist, darf nur einer das Zepter schwingen. Und schon wären wir auf dem Schlachtfeld angekommen. Das Ziel ist dabei so simpel wie schwer: Fegt alle feindlichen Truppen von der Karte.

    Dazu stehen euch Einheiten zu Lande, zum Wasser und zur Luft zur Verfügung. Klar sollte sein, dass jeder Typ über spezielle Vor- und Nachteile verfügt, die dann auch oft ganz genretypisch klingen. Schwer gepanzerte Einheiten sind träge und langsam, halten dafür aber ordentlich was aus und sind gern an vorderster Front gesehen. Leichte Fahrzeuge dienen primär der Aufklärung, während andere über größere Distanzen feuern können. Diese sind dann aber im Nahkampf bei jedem kleinsten Niesen sofort hinüber. Grundsätzlich aber hat jede Einheit zwei Aktionen pro Spielzug parat. Zunächst wird die Einheit innerhalb ihres Aktionsradius bewegt und kann schließlich im zweiten Schritt dann auch noch angreifen, sofern ein Gegner in Reichweite liegt.

    Wichtig dabei ist die richtige Taktik, denn obwohl man als Angreifer immer den Erstschlag auf seiner Seite hat, so darf der Gegner auch anschließend zurück feuern. Der Gegenstoß muss also auch immer mitbedacht werden, bevor man seine Einheiten zieht. Positiv wirkt es sich aus, wenn man einen Feind von mehreren Seiten angreift. Dann nämlich bekommen beteiligte Einheiten einen Bonus und teilen mehr Schaden aus. Gerade an Schlüsselszenen ist Einkesselung ein sehr wichtiges taktisches Mittel, um in Unterzahl zum Erfolg zu gelangen. Die wenigen einsammelbaren Ressourcen könnt ihr anschließend nutzen, um beschädigte Einheiten nach dem Kampf zu reparieren. Oder man spart sie auch und produziert in einer Fabrik ein neues Vehikel. Auch hier muss man abwägen, denn manchmal kann die Reparatur sinnvoller sein, sofern das Fahrzeug gerade an einer wichtigen Frontszene am Kampf teilnehmen kann oder Ähnliches.

    Für jede Einheit, die als Sieger aus einem Kampf hervorgeht, gibt es Erfahrungspunkte. Diese wiederum können zur Reparatur oder zum Levelaufstieg verpulvert werden. Der Skilltree ist mager und überschaubar. Die Upgrades beziehen sich fast immer auf Boni wie mehr Bewegungsfelder, mehr Schadensoutput, etc. pp.

    Betrachtet man Battle Worlds: Kronos von der technischen Seite, so findet man hier sicherlich keinen Anwärter auf einen Grafikpreis. Nein, die Grafik ist viel mehr sehr schlicht und einfach gehalten, dafür eben auch sehr klar lesbar. Auf Feinzüge im Terrain wurde zugunsten der Darstellbarkeit verzichtet, was dann eben recht eintönig und karg wirkt, aber eben auch der Übersicht dienlich ist. Alle Einheiten, Basen und Felder sind zu jedem Zeitpunkt deutlich erkennbar. Auch bei der Steuerung müssen Konsoleros mit der kniffligeren Variante vorlieb nehmen. Am PC, wo Battle Worlds: Kronos schon seit einigen Monaten erhältlich ist, fällt das Scrollen und Navigieren der Einheiten deutlich leichter, als mit dem Gamepad. Immerhin benötigt man nicht sonderlich viele Aktionsbuttons, so dass man sich nach ein paar Minuten schon gut zurecht findet.

    Was ich der Konsolenversion vehement vorwerfe ist der Wegfall des Multiplayers. Ich mecker hier auf hohem Niveau, denn für den Spielpreis bekommt man hier ordentlich was geboten, bedenkt man, dass man für eine Missionen gut und gerne 1-2h benötigt. Warum man aber den Multiplayer komplett und Ersatzlos gestrichen hat, ist mir leider ein Rätsel, denn sobald man die Missionen inkl. Challanges durch hat, kann man Battle Worlds: Kronos daheim verstauben lassen. Schade.

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    Fazit

    Battle Worlds: Kronos ist ein Spiel für pure Strategen. Hier geht es augenscheinlich minimalistisch zur Sache: Simple Grafik, simple Audioeffekte, kaum Story und ein kleiner Skilltree. Doch da irrt man, denn hier wird dem Spieler viel mehr Hirnmasse abverlangt, als man meinen sollte. Nicht nur, dass das Stein-Schere-Papier Prinzip bei den Einheiten perfekt passt, man muss jederzeit den taktischen Überblick haben, um eine Chance auf Erfolg innerhalb des Einsatzes zu haben. Einen dicken Minuspunkt gibt es dennoch für den Wegfall des Multiplayers. Wer knackige Rundenstrategie im Stile von Might and Magic oder Battle Isle mag, der wird mit Battle Worlds: Kronos definitiv glücklich. Easy to learn, hard to master!

    Wertung 4 stern

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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur