Assassin’s Creed Syndicate – Test/Review

    Alle Jahre wieder freuen sich Fans der Meuchelmörder-Serie aus dem Hause Ubisoft über einen neuen Teil des Assassin’s Creed-Franchises. Ok, letztes Jahr gab es einen Misserfolg namens Unity. Dieses Jahr heißt der neue Ableger: Assassin’s Creed Syndicate. Wir haben uns die PC-Version des Spiels angeschaut und sagen Euch in diesem Test, ob Ubisoft etwas aus Unity gelernt hat oder nicht.

    In diesem Zuge haben wir uns auch die Big Ben Collector’s Edition angeschaut, die wir noch in einem Video für Euch auspacken werden.

    London und die Templer – Die Story

    Assassin’s Creed Syndicate springt in das London während der industriellen Revoltion. Mehr muss über die Story nicht gesagt werden, denn es läuft schon fast jedes mal nach Schema F: neue Stadt/neues Gebiet, neue Epoche, Templer herrschen oder agieren in dieser Stadt oder dem Gebiet und wir als Assassine müssen den Templern die Stirn bieten. Naja, diesmal ist doch etwas anders, wir spielen nämlich gleich zwei Assassine:. Jacob und Evie Frye sind Zwillinge und Assassinen, die von ihrem Vater ausgebildet worden sind. Sie kommen am Anfang des Spiels nach London, um die Stadt von den Templern zu befreien. Diese haben London schon seit über 100 Jahren unter Kontrolle. Allerdings nicht direkt durch das Militär oder durch die Politik, sondern durch die Industrie. Den mächtigen Templern gehören die großen Fabriken, mit der die industrielle Revolution angetrieben wird…

    Zurück in die Gegenwart: wer hier auf eine große Entwicklung hofft, wird leider enttäuscht. Hier gibt es zwar immer wieder Zwischensequenzen zu sehen, jedoch keine spektakulären Abläufe. Hier wünschen wir uns wieder Ausflüge in die Gegenwart, wie damals in Assassin’s Creed II zum Beispiel, damit die Geschichte vernüftig vorangetrieben werden kann.

    Storytechnisch ist Assassin’s Creed Syndicate aber doch eher leichte Kost. Dieses mal wird einfach gekocht und das hat zwei Seiten: auf der einen Seite ist die Handlung wirklich simpel und man hätte sich hier und da einige WOW-Momente gewünschte. Auf der anderen Seite gibt die simple Story einfach klare Linien. Während wir uns in Unity immer wieder fragten: „was mache ich hier eigentlich nochmal?“, ist das bei Syndicate eintlich immer klar und ist uns auch bewusst.
    Interessant ist auch der Ansatz mit zwei Protagonisten. Das wirkt sich vorallem auf das Gameplay aus, da sich beide etwas unterschiedlich spielen. Beide verhalten sich auch etnsprechend verschieden, was in einigen Zwischensequenzen zu tollen Dialogen und Sticheleien führt. Allerdings hätte die Charaktere hier auch noch etwas mehr Tiefe verdient, denn Evie und Jacob sind tolle Figuren.

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    Parkour mit der Hakenkanone – Gameplay

    Wie schon eben angesprochen haben wir dieses mal zwei Spielfiguren, die sich auch im Gameplay etwas unterscheiden. Klar, beide haben versteckte Klingen, können Schleichen, Kämpfen und Klettern. Aber Evie scheint die agilere von beiden zu sein, während Jacob eher gleich draufhaut. Apropos Draufhauen: in Syndicate wurde das Kampfsystem generalüberholt. Die Kämpfe sind jetzt sehr faustlastig, während Schwerter der Vergangenheit angehören. Ganz im Stile der Straßenprügeleien fliegen hier die Fäuste, hin und wieder wird ein Dolch, ein Messer oder Gehstock mit in den Kampf genommen. Anspruchsvoller ist das Kampfsystem aber nicht geworden.

    Wie auch in Unity können wir Erfahrungspunkte sammeln und so immer neue Fähigkeiten freischalten. Wir erhalten für Attentate, das Abschließen von Sequenzen oder Zufallsereignisse Erfahrungspunkte. Fähigkeiten, Geld und Erfahrungspunkte landen auf einem gemeinsamen Konto und können entsprechend für Evie oder Jacob verwendet werden. Wie in jedem Assassin’s Creed gibt es auch hier einiges an Nebenaktivitäten und etwas für Jäger und Sammler: Kisten mit Geld oder Rüstungsgegenstände sind überall verteilt, mit denen wir unseren Charaktere wieder anpassen können.

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    Was das Parkour-System angeht, scheint es, als wurde es von Unity übernommen und etwas verbessert. Denn es gibt wieder die beiden Funktionen „Parkour auf“ und „Parkour ab“ mit denen es möglich ist einfacher Wände hinauf-, bzw. hinabzuklettern. Im Gegensatz zu Unity ist die Kontrolle über unsere Figur definitv besser und wir springen wirklich dorthin, wo wir hinwollen und klettern nicht an irgendwelchen Kanten in der Weltgeschichte herum. Ebenfalls eine sehr gute Verbesserung ist das Schleichsystem. Es funktioniert einfacher und ist intuitiver: Jacob oder Evie bleiben so lange im Schleichmodus, bis wir ihn deaktivieren, auch wenn wir kurzzeit sprinten müssen. Auch das anlehnen an Ecken funktioniert ohne Probleme und besser als in Unity.

    Was neue Gadgets angeht, steht die Hackenkanone wohl am ehesten im Vordergrund. Mit einem Schuss wird ein Hacken mit einem Seil an das gegenüberliegende Haus geschossen und wir können uns hinaufziehen. Das erinnert sehr an den dunklen Ritter, aber gut, so ein Gerät ist auch notwendig, um schnell von Dach zu kommen, denn die Straßen werden immer breiter. Breitere Straßen machen es unmöglich einfach so von Hausdach zu Hausdach zu springen. Grund für die breiten Straßen: Kutschen, die ebenfalls benutzt werden können. Kutschen übernehmen wir ganz einfach im Stil von GTA. Einsteigen und los geht es. Dabei kommt es im Spielverlauf nicht selten zu Verfolgungsjagden mit Kutschen.

    Industrielle Revolution? – Technik

    Auf dem PC stellt sich natürlich die große Frage nach der Technik und wie gut das Spiel denn wirklich funktioniert, denn Unity war vor einem Jahr eine Katastrophe was diesen Punkt angeht. Ubisoft hat die PC-Version von Syndicate erst nach den Konsolen veröffenlticht, um der Version noch den letzten Schliff zu verleihen. Hat das was gebracht?

    Naja, so halb und halb. Gut ist, dass Syndicate eigentlich ohne Probleme funktioniert, solange die nötige Hardware vorhanden ist. Und hier kommen wir auch zum negativen Punkt. Dafür wie Syndicate optisch aussieht, ist der Hardware-Hunger einfach viel zu groß. Es sieht nicht schlecht aus, aber es ist auch keine High-End-Grafik, dennoch verlangt es nach High-End-Komponenten, wenn man es auf den Ultra-Einstellungen spielen möchte.

    Multi-GPU-Systeme werden ebenfalls schon unterstüzt, auch wenn es aktuell noch einige Baustelle bei der SLI-Lösung gibt. Bei Crossfire-Systemen konnten wir mit aktuellem Crimson-Treiber nur einige Lichtfehler in Gebäuden feststellen. Problematisch ist auch, dass sich die Kleidung nicht mehr so flüssig bewegt wie in Unity, denn die Mäntel unserer Protagonisten bewegen sich etwas ruckelig.

    Systemanforderungen:

    Minimum: 

      • Betriebssystem: Windows 7 SP1 oder Windows 8.1 oder Windows 10 (64bit Version) 
      • Prozessor: Intel Core i5 2400s @ 2,5 GHz / AMD FX 6350 @ 3,9 GHz 
      • Arbeitsspeicher: 6 GB RAM 
      • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 660 / AMD Radeon R9 270 (2GB VRAM mit Shader Model 5.0) 
      • Soundkarte: DirectX kompatible Sound Card mit den neuesten Treibern

    Empfohlen:

      • Betriebssystem: Windows 7 SP1 oder Windows 8.1 oder Windows 10 (64bit Version)
      • Prozessor: Intel Core i7 3770 @ 3,5 GHz / AMD FX 8350 @ 4,0 GHz
      • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
      • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 760 (4GB) oder GTX 970 (4 GB)/ AMD Radeon R9 280X (3GB VRAM) oder besser
      • Soundkarte: DirectX kompatible Sound Card mit den neuesten Treibern

    Assassin's Creed Syndicate - Grafikeinstellungen

    Interessant ist bei den Systemanforderungen, dass noch eine zusätzliche Notiz der Entwickler vorhanden ist, die darauf hinweist, dass für das Spielen in FullHD-Auflösung mindestens 3GB VRAM vorhanden sein sollten.

    Fazit

    Hat Ubisoft aus Assassin’s Creed Unity gelernt? Dazu kann ich leider nur mit einem „Jaein“ antworten, wobei ich eher zum „Ja“ tendiere. Ja,  weil man sich Mühe mit dem Gameplay gemacht hat. Ja, weil London wirklich super und detailliert aussieht (ok, Paris sah ebenfalls sehr gut aus). Ja, weil es einen von anfang an mit den beiden Protagonisten packt, auch wenn die Story eher simpel ist. Ja, weil es einfach Spaß macht. Aber dagegen steht ein großes „Nein“, das die Technik vertritt. Für die gebotene Optik wird viel zu viel Leistung verlangt, was nicht gerechtfertigt werden kann.
    Nichtsdestotrotz werden sich Assassin’s Creed-Fans über Syndicate freuen, Neueinsteiger sollten ebenfalls keine Probleme haben in die Story hineinzukommen, da vielen auch in der Animus-Datenbank erklärt wird.
    Nach schlecht folgt gut, denn Assassin’s Creed Syndicate ist ein gutes Assassin’s Creed-Spiel, das uns wirklich Spaß macht. Hoffentlich gilt das auch für die kommenden Teile der Serie.

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    Gustav Knaub
    Film- und Computerspielbegeisterter, der mit MediaField anfing und damit nun hier im Bereich für Spiele- und Filmtrailer gelandet ist.