All-Stars Battle Royale

    Sony schickt mit All-Stars Battle Royale die hauseigenen Schwergewichte in den Ring. Mit dem leicht humoristischen Beat Em Up will man sowohl auf der Playstation 3, als auch auf der Playstation Vita den großen Wurf landen. In unserem Test erfahrt ihr, wie sich das Spiel buchstäblich schlägt.

    Der Name Playstation All Stars Battle Royale ist Programm: Ganze 20 bekannte Gesichter stehen uns als virtuelle Prügelknaben zur Auswahl. Die Palette an Kämpfern streckt sich dabei über das komplette Playstation Franchise. Sackboy aus LittleBigPlanet, Natahn Drake aus Uncharted, Parappa aus Parappa The Rapper und viele mehr haben Einzug ins Spiel gefunden. Und jeden Einzelnen davon können wir in den Ring führen und mit ihm mächtig auf den Putz hauen.

    All-Stars Battle Royale ist, wie eingangs erwähnt, für Playstation 3 und Playstation Vita erschienen. Sony spielt mit dem Release auch gleich zwei Trümpfe aus – Cross-Buy und Cross-Play. Cross-Buy bezieht sich auf die Verkaufsversion für Playstation 3, denn jedem Spiel liegt ein Code bei, mit dem man sich die Vollversion für die PS Vita kostenlos downloaden kann. Hinter Cross-Play verbirgt sich das bekannte Feature, dass man zeitgleich gemeinsam auf PS3 und Vita zocken kann. Ein feiner, wenn auch nicht ganz uneigennützlicher Schachzug von Sony, um den schwächelnden Handheld PS Vita ein wenig zu pushen. Wir für unseren Teil begrüßen die Beigabe jedenfalls.

    [pullquote_left]Kämpfer können in mehreren Einzelspieler-Modi einschließlich Kampftests und Arcade-Modus antreten. In den Kampftests lernen sie nicht nur die Grundlagen des Spiels, sondern können auch ihre Fertigkeiten in hunderten einzigartiger Herausforderungen perfektionieren. Zusätzlich können sie sich auch im Arcade-Modus durch festgelegte Levels schlagen.[/pullquote_left]In den vergangenen Wochen tauchten immer wieder neue Videos und Bilder zu All-Stars Battle Royale auf und so sicher wie das Amen in der Kirche wurde mit jedem neuen Bericht auch immer der Vergleich zur Konkurrenz gezogen. Und natürlich liegt es in der Natur der Dinge, dass man an Nintendos Super Smash Bros Serie denkt und wenn wir ehrlich sind, dann ähneln sich beide Spiele auch sehr stark. Zumindest im ersten Eindruck, in den Details liegen einige Unterschiede, aber dazu später mehr. Aber dass man sich an Nintendo orientiert hat, hat Sony auch nicht verneint, sondern im Gegenteil sogar Lob für die Super Smash Bros Serie verteilt.

    Jeder der Charaktere hat seine ganz eigene Hintergrundgeschichte. Beim Aufeinandertreffen in All-Stars Battle Royale bleibt man uns allerdings schuldig, aus welchem Grund das Heldenkollektiv gegeneinander antritt. Kurz: Eine Rahmengeschichte gibt es nicht. Im Falle eines Beat Em Ups ist das aber gar nicht so dramatisch und in jedem Falle sogar besser, als irgendwelche hanebüchene Storyfetzen aneinander zu reihen, wie wir es schon oft bei Prügelspielen erlebt haben.

    In der Solokampagne werden wir dann immerhin mit kleineren Zwischensequenzen belohnt, die uns den Werdegang von unserem Spielcharakter näher bringen. Die Anekdoten sind gut gemeint, tragen aber kaum zur Atmosphäre bei und letztlich springen wir von einer Kampfarena in die nächste. Im letzten Kampf wartet dann auch ein Endboss auf uns, nach dessen Ableben eine oft humoristische Endsequenz folgt.

    Zum eigentlichen Solo-Modus wollen wir gar nicht viel mehr erzählen, denn All-Stars Battle Royale trumpft im Multiplayer erst so richtig auf. Auch hier ist der Kernpunkt, mit insgesamt 4 Kämpfern in eine Arena zu steigen und am Ende möglichst als Sieger dazustehen. Im Gegensatz zu Beat Em Ups wie Tekken oder Street Fighter ringen wir unsere Kontrahenten aber nicht allmählich zu Boden. Statt dessen müssen wir uns der Gegner dadurch entledigen, in dem wir sie aus dem Bildschirm schlagen oder treten oder was-auch-immer, Hauptsache ist, dass der Gegner rausfliegt. Mit jedem Treffer sammeln wir Energie und füllen damit langsam unseren Balken (AP-Leiste) für Special-Moves am unteren Bildschirm. Und genau diese sind meist auch bitter nötig, um den Gegnern ordentlich zu Leibe zu rücken. Durch entsprechendes Timing sind die Special Moves also oft das Mittel der Wahl, um die Anzahl an Gegnern im Ring zu reduzieren. Spannend wird es dann, wenn man immer weiter Energie sammelt und so seinen Special weiter auflädt. Jeder der Moves besitzt 3 Stärken, bis man jedoch den Balken auf Stufe 3 gefüllt hat, muss man 1. zünftig Energie sammeln und darf 2. nicht versehentlich schon vorher den Special-Move ziehen, sonst ist die gesammelte Energie futsch.

    Aber selbst ohne Energie darf man dank zufällig aufpoppender Power-Ups neben den Standard-Angriffen den Gegnern ordentlich den Hintern versohlen. Nicht selten kam es in unseren Kämpfen auch vor, dass eben ein solches Power-Up leicht mitbestimmend über Sieg und Niederlage sein kann. Etwa dann, wenn man eine Bazooka genau vor die Füße des Gegners feuert, der gerade am Rand der Kampfarena steht.

    Die 14 Arenen sind natürlich auch passend für die All-Stars ausgelegt und Sony-Jünger finden sich sofort heimisch in den verschiedenen Arealen. Ob in God Of Wars finsterer Unterwelt oder Parappas quietschbunten Trainingsraum, man erkennt die Hintergründe einfach wieder. Umrahmt werden die Schauplätze dann obendrein auch noch von der spielspezifischen Musik und sorgt für absoluten Wiedererkennungswert. Alle Arenen sind durch die Bank wirklich schön in Szene gesetzt und warten darüber hinaus auch mit lustigen Gimmiks auf. Mehr wollen wir hier nicht verraten, aber seit euch sicher, dass ihr gelegentlich schmunzeln müsst.

    [pullquote_right]Die Kämpfer:  Big Daddy, Cole MacGrath, Evil Cole MacGrath, Colonel Radec, Dante, Fat Princess, Heihachi Mishima, Jak and Daxter, Kratos, Nariko, Nathan Drake, PaRappa the Rapper, Raiden, Ratchet and Clank, Sackboy, Sir Daniel Fortesque, Sly Cooper, Spike, Sweet Tooth, Toro[/pullquote_right]Bei der Auswahl an Prügelknaben unterscheiden diese sich nicht nur rein optisch, sondern auch von der Spielmechanik. Ein flinker Sly Cooper oder ein wuchtiger Big Daddy, für jeden Spielertypen ist der passende Charakter dabei. Wer aber auch Wert auf Optik legt, dem sei gesagt, dass man das Outfit seines Helden auch individuell anpassen darf.

    Beim Sound und der Grafik gibt es wenig Anlass zum Meckern. Die Synchronsprecher machen einen guten Job und die Hintergrundmusiken passen perfekt. Die Grafik ist zwecklich und man hätte unserer Meinung nach noch eine Schippe draufpacken können.

    Sony hat übrigens schon den ersten DLC angekündigt, den es für alle Spieler kostenlos zum Download demnächst geben wird. Dieser beinhaltet 2 neue Charaktere: Kat (Gravity Rush) und Emmett Graves (Starhawk). Wir denken, dass man noch eine ganze Reihe weiterer DLC im Hinterkopf hat, denn dieser Spieltypus bietet sich einfach ganz klassisch für kleine DLC-Pakete an.

    Cross-Play

    Das Cross-Play Feature wird leider viel zu selten unterstützt und umso mehr haben wir uns gefreut, als klar wurde, dass All-Stars Battle Royale voll darauf setzen wird. Wir fordern mehr davon! Denn gerade hier kann die Symbiose aus Playstation 3 und Vita voll ausgeschöpft werden. Ganz im Sinne des Erfinders sind beide Spielversionen zueinander voll kompatibel. Spieler an System A können also ohne Probleme mit Spielern auf Konsole B spielen – lokal und weltweit über das Internet. Vorraussetzung dafür ist, dass der beiliegende Online Pass aktiviert wird. Wer beide Konsolen sein Eigen nennt, der kann auch auf die Cross-Save Funktion zugreifen. Fange ich beispielsweise zuhause ein Spiel auf der Playstation 3 an, dann kann ich den Speicherstand online ablegen und dann zu einem späteren Zeitpunkt auf der Vita diesen Laden und weiterspielen.

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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur