Real FX Rennbahn – Ein Erlebnisbericht mit freier Fahrt

Ich habe noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mit Mitte Dreißig immer noch ein kleines Spielkind bin. Und so lange es da draußen Hersteller gibt, die mein Kind Im Manne immer wieder aufs Neue schaffen zu wecken, so lange wird sich das auch wohl nicht ändern. Womit wir auch schon mitten im Thema dieses Artikels wären.

Im Sommer letzten Jahres ging bei Kickstarter die Kampagne für das Real FX Racing an den Start. Das Interesse an diesem Projekt war sehr rege und die Videos konnten mehr als genügend Menschen motivieren, in das Rennsystem zu investieren. Und so konnten bereits im vergangenen Jahr die ersten Sets der Real FX Rennbahn unter den Weihnachtsbäumen landen.

Was war oder ist das Besondere am Real FX Racing? Auf diese Frage kann man keine kurze Antwort geben. Im Grunde handelt es sich um eine Autorennbahn, die, im Gegensatz zur herkömmlichen Bahnen von Carrera, ohne Schienensystem auskommt – man darf also frei über die Piste brettern. Dazu kommt, dass das System eine ganze Reihe an Voreinstellungen und Möglichkeiten mit sich bringt. So sind nicht nur diverse Rennmodi (für Solo- und Mehrspieler) integriert, sondern auch Gimmiks wie Reifenverschleiß oder Motorschäden mit von der Partie.

Fangen wir mal vorne an und dröseln das Real FX Racing mit seinen Funktionen genauer auf.

[box_info]Eine Fotostrecke findet Ihr am Ende des Artikels![/box_info]

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Informationen des Herstellers

Bevor wir mit unseren eigenen Eindrücken starten, fassen wir kurz zusammen, wie die Vivid Toy Group ihr Real FX Racing bewerben:

Link zur off. Webseite von Real FX Racing

Real FX Racing ist DAS realistischste Rennsystem, das mit Unterstützung von „Künstlicher Intelligenz“ („KI“) die besten Eigenschaften von klassischer Rennbahn, RC-Fahrzeugen und Videospielen vereint. Diese KI unterstützt die Lenkung der Fahrzeuge und hilft in der Spur zu bleiben. Los geht’s – wer ist der schnellste Fahrer im Rennen?

Künstliche Intelligenz: Der RealFX „KI-Assistent“ dient als Unterstützung, um das Fahrzeug auf der Strecke zu halten. Je nach individuellen Rennfähigkeiten kann man der schnellste Fahrer im Rennen sein. Die Renngegner überholen, die virtuellen Hindernisse nutzen, um das Rennen zu beeinflussen und die Ansagen für die notwendigen Pit-Stops befolgen. „Pace Car“ bedeutet, gegen einen computergesteuerten Renngegner zu fahren, um so die Rennfähigkeiten zu üben und weiter auszubauen.

Das RealFX: Starter-Set ist der Einstieg in eine völlig neue Rennspiel-Dimension. Sowohl die Rennautos als auch die Multifunktionsfernbedienungen sind zukunftsweisend ausgestattet, damit die neueste Software immer hochgeladen werden kann. Dazu die variable Rennstrecke aus dem patentiertem SENSOR-TRACK-SystemTM. Real FX ist das innovative Rennerlebnis.

Realistisches Rennerlebnis: Zum ersten Mal kann man ein Autorennen mit realistischem Geschwindigkeitsmaßstab bis zu 300 km/h erleben. Nach den physikalischen Gesichtspunkten eines realistischen Rennens entwickelt. Keine Slots. Keine Spurführung.

Technologie: Die RealFX Rennautos sind mit OPTO Sensoren unter dem Fahrgestell ausgestattet. Diese lesen die Rennstrecke 200-mal/sek ab und mit einer patentierten Systemsteuerung werden Daten und Renninformationen wie z.B. Position zur Fernbedienung übertragen.

 

Diese und noch mehr warme Worte findet ihr auch auf der Produktseite des Herstellers.

Klingt also ganz so, als würde Real FX noch ein paar Features mehr bieten als das erst kürzlich von uns getestete Starterset von Siku. Das wollten wir natürlich genauer wissen und bekamen freundlicherweise von der Vivid Deutschland GmbH ein Muster zur Verfügung gestellt. Hierfür möchten wir uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanken.

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Inhalt des Starterpakets

Die Box ist ca. 60 cm lang und wiegt rund 2,5 Kg. An der Oberseite befindet sich ein praktischer Tragegriff, der nicht nur den Transport vom Geschäft nach Hause erleichtert, sondern auch das System portabel in seiner Verpackung hält. Innen verbergen sich dann die folgenden Inhalte:

  • 2 Rennautos (Gelb / Rot)
  • 2 Fernbedienungen
  • 20 Streckenteile (Geraden / Start-Ziel / Kurven links / Kurven rechts / Boxengasse)
  • Anleitung

Den größten Platz dabei nehmen die Streckenteile in Anspruch. Von den Geraden befinden sich 8 im Set, dazu gesellen sich 2 Teile für die Boxengasse und ein Teil, das als Start-Ziel dient. Die übrigen Streckenteile sind Kurven. Sowohl Autos, als auch Steuereinheiten befinden sich sicher verpackt in einer seperaten Plastikhülle. Für den uneingeschränkten Fahrspaß muss man sich vorab noch um passende Batterien kümmern. Pro Auto braucht man 3 Typ AAA und pro Fernbedienung 3 Typ AA Batterien.

 

Aufbau

Zuerst bestückt man die Wagen und die Steuerienheiten mit den entsprechenden Batterien. Anschließend kann der Streckenaufbau losgehen. Durch die Vielfalt an beiliegenden Teilen sind der eigenen Fantasie bei der Gestaltung der Bahn kaum Grenzen gesetzt. Einzige Bedingung ist, dass es sich um einen Rundparcours handeln muss.

Dabei kann jedes Streckenteil an ein weiteres beliebiges gesteckt werden. Möglich macht das ein Laschensystem an jedem Teil: An der linken Seite befinden sich an den Rändern immer 2 Schlitze und an der rechten Seite des Fahrbahnteils immer 2 Zungen. Zur Verbindung von Teilen zieht man einfach jeweils oben und unten beide Zungen durch die Schlitze und schon sind beide Streckenabschnitte zusammengefügt. In der Summe kommt man mit dem Starterset auf 40 mögliche Streckenvarianten. Hier darf also fleißig ausprobiert werden, bis man seinen Favoriten gefunden hat. Zur besseren Übersicht sind einige Streckentypen auch in der Anleitung vorgestellt. Der Aufbau der Strecke ist in der Handhabung einfach und leicht zu bewerkstelligen. Am Ende können kleinere Wölbungen innerhalb der Strecke auftauchen, die man dann einfach mit der Handfläche glattstreichen kann.

Und im Grunde genommen kann dann auch schon der Spaß losgehen, denn alles steht bereit.

 

Fahrzeuge & Steuereinheit

Die Fahrzeuge des Startersets sind bullige Wagen, die bei ausgestreckten Fingern auf den Handteller passen. Sie machen einen robusten Eindruck und besitzen ein angenehmes Gewicht. Auf der Unterseite befinden sich mittig das Batteriefach und der Ein-Aus-Schalter. An Vorder- und Rückseite sitzen die OPTO Sensoren, die mit 200 Abtastern pro Sekunde (!) den Untergrund scannen. Je nach gewähltem Spielmodus ist so dafür gesorgt, dass die Autos immer auf der Bahnbahn bleiben und nicht von der Strecke abkommen. Im Inneren der Wagen werkelt also ein ausgetüfteltes System, dass anhand von Geschwindigkeit, Position und Stellwinkel der Reifen permanent berechnet, wie das Auto zu handeln ist, damit es auf der Bahn verbleibt. Das klingt nicht nur beeindruckend, sondern stellt sich in der Praxis beim Fahren auch als sehr zuverlässig heraus. Tatsächlich sind unsere Wagen zu keinem Zeitpunkt unfreiwillig vom Asphalt abgekommen. Zumindest dann nicht, wenn wir es nicht provoziert haben, denn mit Fullspeed von einer Geraden kommend in eine enge Kurve fliegt der Wagen sehr wohl von der Strecke.

Die Steuereinheiten verbinden auf Knopfdruck binnen Sekunden mit dem zugehörigen Auto. Durch den integrierten Lautsprecher ist man auch akustisch immer Herr der Situation, denn die Ansagen durch den Sprecher sind sehr eindeutig. Dieser geleitet uns durch die verschiedenen Spielmodi oder hilft uns beim Einstellen der Grundsettings. Später im Rennen hält uns die Männerstimme immer auf dem Laufenden: Welche Rundenzeit wir gefahren sind, auf der wievielten Position wir liegen, ob wir in die Boxengasse müssen, etc. pp. Ferner dröhnen aus den leicht blechern klingenden Lautsprechern die röhrenden Motorengeräusche, die adaptiv zur Geschwindigkeit der Rennautos brummen. Die Lautstärke ist anpassbar und kann auf Wunsch auch über einen Kopfhörer wiedergegeben werden.

An der Unterseite der Fernbedienung liegt die Wippe für die Geschwindigkeit. Ein kleiner Zug und unser Wagen beschleunigt. Je stärker man zieht, desto mehr Gas gibt das Rennauto. Bei einem Druck nach Vorne schalten wir in den Rückwärtsgang. Oberseitig liegen dann alle Bedienknöpfe, um diverse Einstellungen oder Modi zu wählen. Das seitliche Drehrad ist gummiert und erlaubt eine hervorragende Haptik. Hiermit lenken wir den Wagen über die Piste.

 

Rennmodi

Ohne weitere Funktionen ist der RC-Modus. Hier verhalten sich die Wagen wie normale ferngelenkte Autos und können quer durch die eigenen vier Wände brausen. Im Modus Training findet man einen guten Einstieg ins Real FX Rennerlebnis. Die Wagen bleiben auf der Strecke, man kann dezent mitlenken und übt das dosierte Spiel mit dem Gas. Meisterschaft bietet das größte Spektrum an Möglichkeiten. Hier dürfen sich 2-4 Spieler auf der Strecke tummeln. Man kann die Rundendauer in 10er-Schritten definieren und weitere Dinge einstellen. So etwa diverse Ölspuren, Reifenverschleiß, Spritverbrauch  und insgesamt deren auftretende Häufigkeit. Der Sprecher gibt dann immer das passende Signal über den Lautsprecher und als Spieler muss man den Anweisungen Folge leisten, sonst drohen böse Motorschäden. Für Einzelspieler eignet sich neben der freien Fahrt noch der Modus Pacecar. Hier übernimmt der zweite Wagen die Funktion des Pacecars und fährt selbstständig über die Strecke, wodurch man eine Art simuliertes Rennen mit einem KI-Gegner hat. Es stehen zwei verschiedene Fahrgeschwindigkeiten zur Wahl, um sein Rennerlebnis anzupassen.

 

Das ist uns aufgefallen

Wir fanden die Frage spannend, in wie weit die Sensoren der Fahrzeuge auch bei Dunkelheit funktionieren. Denn im Betrieb sind diese nicht beleuchtet und in uns regte sich der Verdacht, dass die Fahrbahn demnach gut ausgeleuchtet sein sollte, damit der Fahrspaß nicht getrübt wird. Und genau so ist es, sobald man den Raum zu sehr abdunkelt, funktioniert das System nicht mehr zuverlässig. Die Autos bleiben entweder stehen oder kommen von der Fahrbahn ab, weil der Untergrund nicht richtig gescannt werden konnte.

Die Fahrzeit mit neuen, handelsüblichen Batterien beträgt mehr als 4 Stunden. Danach merkt man die schwächelnde Energie sehr schnell an auftretenden Verbindungsabbrüchen zwischen Wagen und Fernbedienung. Dennoch sind 4 Stunden reine Fahrzeit natürlich mehr als ausreichend.

Auf der Fahrbahn wird es mit mehr als 2 Fahrzeugen mitunter ganz schön eng. Aber schon im Duett liefern sich zwei talentierte Fahrer heiße Schlachten und mit diesen einhergehend auch diverse Crashs. Diese stecken beide Autos allerdings locker weg. Zumindest können wir nach mehreren Hundert Runden und unzähligen Zusammenstößen keine Macken oder sonstige Defekte an den Rennautos ausfindig machen. Für den Langzeitspaß natürlich ein sehr wichtiger Faktor.

Die Säuberung der Bahn geht äußerst leicht. Ein kleiner Lappen reicht, um die Fahrbahnteile von Staub und Fusseln zu befreien, evtl. sollte man ihn vorab etwas anfeuchten. Zu viel Schmutz auf der Bahn, wie etwa Haare, können sich in der Radaufhängung der Autos verfangen und im ungünstigsten Fall den Boliden zum Stoppen zwingen. Das Material der Fahrbahn ist übrigens alles andere als Staubanziehend und wir hatten nur minimalste Schmutzansammlungen während unserer gesamten Fahrzeit.

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Erweiterungen

Das Starterset bietet in der Praxisi einen mehr als guten Umfang. 2 Wagen samt Steuereinheiten und 40 verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten der Bahn garantieren langen Spielspaß. Wer aber Blut geleckt hat, der gibt sich damit nicht zufrieden. Und so bietet Vivid passende Sets mit neuen Elementen bereit, die demnächst dann auch bei uns in Deutschland erhältlich sein werden.

Neben einer Ersatzfernbedienung stehen zwei weitere Flitzer auf dem Plan. Farblich in Weiß und Blau sortiert können damit dann 4 Hobby-Rennfahrer ihre Duelle untereinander austragen. Wer seine bestehende Rennstrecke erweitern will, der greift zu Packungen mit mehr Bahnteilen. Auch hier stehen zwei Sets am Start, wovon eines 7m und das andere 9,5m Kurven und Geraden beinhaltet. Sehr cool finden wir auch das Crossover Pack, dass eine Brücke mit sich bringt und man endlich auch in die Höhe darf, statt nur in der Horizontalen zu rasen.

 

Bilderstrecke

Die beiden Rennwagen, die dem Starterset beiliegen. Gleiches Modell in Gelb und Rot.
Eine Kontrollleuchte an der Steuereinheit signalisiert wichtige Ereignisse
Auf der Rückseite sitzt der Gaszug, der bei Gegendruck auch das Rückwärtsfahren triggert.
Beide Rennautos sind bullig und wuchtig.
Am Fahrteugboden befindet sich der Batterienschacht, der Ein-Aus-Schalter und vorne und hinten jeweils ein Streckensensor.
Beim Überfahren der Startmarkierung bekommen wir vom Sorecher eine Ansage über unsere Rundenzeit.
Auf der Gegengeraden erkennt man eine typische Wölbung, die beim Zusammenstecken der Fahrbahnteile entstehen kann. Mit der Hand kurz drüber und sie ist weg.
Im Rennmodus wird früher oder später die Fahrt zur Boxengasse pflicht.
Die mitgelieferten Streckenteile reichen für mehrere Meter Fahrbahn locker aus.
Die Zunge von Bahnteil A wird in die Lasche von Bahnteil B gesteckt – fertig.
Die bebilderte Anleitung liefert alle notwenigen Infos.
Die Wagen sind groß, stabil und auf Wunsch auch richtig flott unterwegs.

Real FX – Werbespot

Fazit

Vivid weckt mit der Real FX Rennbahn das Kind im Manne. Der schnelle Aufbau der Bahn garantiert einen reibungslosen Start ins Spielvergnügen. Einzig um Batterien muss man sich kümmern, ansonsten beherbergt das Starterset alles, was das Herz eines Hobby-Rennfahrers höher schlagen lässt. Die vielen Streckenteile lassen einen sehr variablen Aufbau zu, wodurch man immer neue Bahnen ausprobieren möchte. Durch die lange Fahrzeit von rund 4 Stunden kann die Real FX Bahn ein Begleiter für spaßige Abende bei und mit Freunden werden. Die vielen Rennmodi bieten genügend Abwechslung, um Neueinsteiger und Profis zu begeistern.

Im Gegensatz zur kürzlich von uns vorgestellten GT Challenge von Siku kommt man hier schon deutlich günstiger parat, was gerade jetzt in der kommenden Weihnachtszeit der vielleicht größte Pluspunkt sein könnte. Derzeit erhält man das Real FX Starterset für rund 120€ und damit ist es deutlich günstiger als die Konkurenz. Dafür muss man aber auch ein geringeres Maß an Qualität in Kauf nehmen, denn bei der Beschaffenheit von Bahn und Wagen, als auch in der Optik, hat Siku die Nase weiterhin vorn.

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Christoph
Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur

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