[Steelseries] Rival 700 – Die Maus mit dem Display im Test!

    Steelseries bietet schon seit langem hochwertige Gaming-Hardware für jedermann. Mit der Rival 700 wollen sie nun ein Feature einbringen, das es so noch nie gab. Eine Gaming-Maus mit OLED-Display? Ja, da staunte die Presse nicht schlecht, als Steelseries das angekündigt hatte. Dazu soll sie noch vibrieren und jedes Einzelteil auswechselbar sein? Klingt verrückt! Doch ist verrückt bei der Rival 700 eher was Gutes, oder nur Schnick-Schnack, den keiner braucht? Wir haben uns das Ganze einmal intensiv für euch angeschaut!

    Verpackung und Inhalt:

    Rival 700 Packung
    Unscheinbar und edel ist die Verpackung der Rival 700

    Die Rival 700 kommt in einer unscheinbaren, aber edlen Box zu uns. Von außen ist kaum zu erkennen, dass uns Steelseries hier etwas bietet, das durchaus das Potenzial hat, den Markt zu revolutionieren. Schieben wir die äußere Verpackung nun nach oben, können wir die Box vorsichtig öffnen. Wer nun zu hektisch ist, hat sonst die Maus schnell mal auf dem Boden geworden. Nun staunen wir nicht schlecht, denn wir bekommen gleich 2 Kabel mitgeliefert. Einmal ein 2 Meter Kabel mit Stoffummantelung und noch ein kürzeres (1 Meter) Kabel ohne Ummantelung. „Was soll das?“ ist der erste Gedanke, der einem durch den Kopf geht. Die Beschreibung bringt Klarheit: Ein Kabel für Zuhause und eins für Unterwegs. AHA! Ja bei genauerer Überlegung macht dies schon Sinn. Für Gamer, die gerne auch unterwegs mit dem Laptop noch am Spielen sind, fällt das lästige Kabel Abziehen und neu Einfädeln hinter dem Schreibtisch nun ganz weg. Beigelegt ist noch eine Beschreibung zum Einrichten des On-the-Go Settings-Displays, etwas zu dem wir später noch kommen. Wir wissen zwar, dass wir die Maus auseinander nehmen, und Einzelteile tauschen können, doch eine Anleitung dazu fehlt leider. Somit bleibt nur der Blick ins Netz, oder einfaches Ausprobieren.

    Verarbeitung:

    Rival 700 Ausgepackt
    Das ist alles in der Verpackung

    Wir nehmen zuerst die Kabel in die Hand und merken, dass beide Kabel gut verarbeitet sind. Hier wurden keine Kompromisse gemacht. Als Nächstes folgt das Highlight, wir halten die Rival 700 in den Händen und staunen nicht schlecht, als wir sie näher betrachten. Der Bildschirm wirkt dank schwarzer Färbung fast schon unsichtbar. Die Qualität der Rückabdeckung wirkt solide, trotz der Möglichkeit sie einfach auszutauschen. Zwei kleine orangene Punkte an der linken Daumen-Ablage lassen uns wieder ratlos. Ist dies nur ein optischer Hingucker, oder haben sie eine Funktion? Die beiden Hauptmaustasten haben einen wunderbaren Druckpunkt und sind trotzdem vergleichsweise leise.

    Die Knöpfe an der Seite sind allerdings nicht mit jedem Mausgriff-Typen gut zu erreichen. Wirklich jede Maustaste erreichen wir nur mit dem sogenannten Palm-Griff. Bei diesem Griff liegt ein Großteil der Handfläche auf der Maus, wodurch der Daumen auch weit genug vorne ist (Zeige- und Mittelfinger liegen fast ganz vorne auf den Tasten). Mit dem Claw-Griff ( Hand wie eine Klaue, auf der Maus), sind 2 Tasten gut zu erreichen, die vordere ist etwas zu weit abseits. Mit dem Fingertip-Griff ist maximal eine Taste noch zu erreichen, und zwar die, die ganz hinten ist. Wer alle 3 Seiten-Tasten erreichen will, muss sich also mit dem Palm-Griff wohlfühlen. Wer auf 1-2 Tasten verzichten kann, der kommt auch mit den anderen Griffen super mit dieser Rival 700 zurecht. Das Gewicht der Rival 700 lässt sich leider ohne Austausch des Lasers nicht variieren, liegt aber in einen angenehmen mittleren Bereich. Nach kurzem Einrasten des Kabels ist die Maus nun bereit ihre Stärken zu zeigen!

    Software und Funktionen:

    Trotz vieler Funktionen, wirkt das Tool recht aufgeräumt.

    Zwar könnten wir nun sofort anfangen die Maus zu benutzen, doch wir wagen zuerst einen Blick in die SteelSeries Engine 3. Das umfangreiche Konfigurations-Tool ist eine Sache für sich. Man kann so viel einstellen, dass Anfänger gerne überfordert sind. Doch der Vorteil ist: Die meisten Einstellungen können Otto-Normal-Gamer ignorieren. Die Einstellung der Tasten, der LED Leuchten und der DPI funktionieren zum Glück kinderleicht. Das Einrichten des OLED Displays bringt hier die erste Neuerung, selbst für Profis. Wir können kleine Schwarz-Weiß-Bilder einfügen, selbst etwas schreiben oder sogar Gifs mit bis zu 10 Bildern pro Sekunde einfügen. Auf der Website von SteelSeries gibt es sogar ein paar Beispiele, bei denen für jeden etwas dabei ist.

    Abseits dieser Features gibt es ein paar erweiterte Funktionen, die man wirklich erst benutzen sollte, wenn man sich etwas besser auskennt. Das Angle-Snapping zum Beispiel lässt die Shooter Herzen höher schlagen. Wir können (Stufenlos!) einstellen wie stark die Maus auf die Horizontale reagieren soll. Stellen wir die Funktion auf ein Maximum und lassen den Curser kurz ruhig, merken wir, dass es deutlich mehr Bewegung braucht, um den Mauszeiger nach oben oder unten zu bewegen. Dies ist eine Funktion, die gerade in Shootern einen Vorteil bringt, denn man kommt so weniger schnell aus der Kopfschusshöhe raus. Die Einstellung der Mausbeschleunigung und der Verzögerung sind dabei fast schon wieder Normalität.

    Eine weitere Funktion, die gerne einmal untergehen kann, ist die Haptische Abkühlung. Diese bietet uns die Möglichkeit einzustellen, dass die Rival 700 nach einer bestimmten Sekunden-Zahl, nach der letzten Betätigung einer Taste (Maus oder Tastatur), in einem eingestellten Muster vibriert. Anders als bei Shootern ist diese Funktion gerade für Mobas und MMORPGs extrem vorteilhaft. Hier haben viele unserer Fähigkeiten Abklingzeiten oder Wirkdauer. Spielen wir zum Beispiel gerade World of Warcraft und haben 3 verschiedene Überzeit Zauber, können wir diese Tasten einstellen und sagen, die Maus soll bei Taste 3 nach 12 Sekunden, Taste 4 nach 20 Sekunden und Taste 5 nach 31 Sekunden vibrieren. Wir werden also ohne auf die Leisten zu gucken vorgewarnt, wann wir diese Tasten erneut drücken müssen. Leider bietet das Tool keine direkte Unterstützung zu World of Warcraft (oder anderen MMORPGs) und wir müssen so die Tasten auf verschiedene Profile immer wieder selbst einstellen. Nicht auszudenken wie mächtig das Tool wäre, wenn es in Verbindung mit dem Spiel ein Drop-Down-Menü gäbe, in dem wir sagen können, dass sie automatisch vibriert, sobald ein Zauber ausläuft oder bereit ist.

    Gamesense:

    Streng genommen gehört dies natürlich zu den extra Funktionen der Software, doch Gamesense ist einfach etwas ganz Besonderes, so dass es einen extra Punkt bekommt. Gamesense gibt es schon länger und es wird auch von der Rival 700 unterstützt. Das Tool (und somit deine Hardware) kommuniziert mit dem Spiel und du erfährst durch verschiedene Beleuchtungsstile oder Vibration, was gerade passiert. Es ist also genau das, was ich mir für World of Warcraft (und andere MMORPGs) wünsche, nur leider ohne eines dieser Spiele (derzeit) zu supporten. Hier ist auch der größte Knackpunkt des Systems, derzeit werden nur Counterstrike GO und Dota 2 direkt und Minecraft per Mod supportet. Doch was ist mit XY (hier Titel einfügen), wollt ihr wissen? Das Tool kommuniziert per Schnittstelle mit den Spielen und greift quasi die Daten, die es braucht, direkt vom Server (und nicht aus den lokalen Daten) ab. Jeder hat auf der Steelseries Website auch die Möglichkeit, eigene Spiele und Funktionen somit einzufügen. Doch das ist nichts, was man mal so eben machen kann. Hier müsst ihr also für jeden Titel schauen, ob es ein Fan-Made Support für Gamesense gibt. Wir hoffen, dass Steelseries selbst hier noch einiges machen wird, denn Gamesense ist eine tolle Sache. Damit könnt ihr Profile für die Spiele einstellen, die noch weit über die Standard-Einstellungen gehen. Das OLED soll euch zeigen, wie eure KD-Stat ist? Kein Problem. Die Maus soll vibrieren, wenn ihr einen Kopfschuss macht? Kein Problem! Was sich nach Kleinigkeiten anhört, macht dieses Tool aber eben auch so besonders.

    Technische Daten:

          • Ergonomie: Rechtshänder
          • Anzahl der Tasten: 7
          • Gewicht: 135 g
          • Länge: 124.85 mm
          • Breite: 68.46 mm
          • Höhe: 41.97 mm
          • Kabellänge: 1x 200 cm + 1x 100 cm
          • Sensor: PixArt PMW3360
          • Sensortyp: Optisch
          • DPI: 100-16.000
          • IPS: 300
          • Polling Rate 1 ms (1000hz)
          • Wechselbarer Laser, Handauflage, Kabel und 3D-Namensschild

    Fazit:

    Ihr wollt ein anderen Sensor? Klar, einfach abschrauben un einen neuen einbauen!
    Ihr wollt einen anderen Sensor? Klar, einfach abschrauben und einen neuen einbauen!

    Die Rival 700 ist die bisher beste Maus, die ich persönlich testen durfte. Es fällt wirklich schwer etwas Negatives zu finden. Da ich selbst eher den Fingertip-Griff bevorzuge, ist für mich natürlich die Tastenposition nicht optimal, doch auf die 2 extra Tasten kann ich gut und gerne auch verzichten. Ein anderes Manko ist nicht wirklich eine Schwäche, eher ein ungenutztes Potenzial. Das OLED Display ist von oben kaum zu erkennen. Ich muss die Maus schon ziemlich weit vom Körper weg benutzen um wirklich klare Sachen zu erkennen. Das Einstellen der On-the-Go Profile, die ja das schnelle Wechseln der Profile ohne aus dem Spiel zu gehen ermöglichen sollen, funktionieren nur, wenn ich die Maus dafür auf die Seite neige. Der OLED ist ein Hingucker, ohne Frage, aber das Potenzial hätte man deutlich besser nutzen können. Wäre das Display eher nach oben geneigt, hätte man ein deutlich besseres Bild als Benutzer der Maus. Doch das alles macht die Maus von der normalen Nutzung her nicht schlechter. Die LED Beleuchtung ist dafür schön kräftig und lässt sich in viele verschiedene Farben einstellen. Für Gamer, die  gerne eine farbenfrohe Hardware haben, ein wichtiges Detail.



    kaufempfehlungTechnisch gibt es an der Rival 700 nichts auszusetzen. Der Sensor ist präzise, die Tastenanschläge unverschämt genau und die Zusatzfunktion lassen einen schon fast schon zu gut dastehen. Der Vibrationsmotor in der Maus ist zwar nicht so häufig das Hauptaugenmerk der Rival 700, doch mir hat er am besten gefallen. Auf das OLED Display hätte ich auch verzichten können nach dem Test, doch das haptische Feedback ist nun fester Bestandteil meines Gaming Alltages. Zwar ist das Einstellen der nicht von Gamesense unterstützten Spiele mühselig und teilweise sehr zeitaufwändig, doch es lohnt sich. Die vielen Zusatz-Einstellungen sollte man nach und nach einmal durchtesten und selber schauen, ob man sie nutzen will. Nur weil eine Maus etwas kann, heißt es nicht, dass ihr es nutzen müsst. Mein persönlicher Tipp an Spieler, die noch nie etwas von Steelseries hatten: Gebt dem Hersteller auf jeden Fall eine Chance, die Rival 700 ist eine Meisterleistung. Leider ist der Preis dafür auch ziemlich hoch. Eine Variante ohne Display zum reduzierten Preis wäre sicherlich eine Idee wert.Wertung 5 sternSteelseries700

     

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