Razer Wolverine Tournament Edition – Test/Review

    Controller werden immer populärer, nicht nur bei Konsolen. Nachdem für die XBOX One ein Elite Controller angekündigt wurde, kamen viele Hardware-Hersteller dem Ruf nach und entwickelten neue „Premium“-Controller. So auch Razer und stellte mit dem Razer Wolverine in der Tournament Edition Ende letzten Jahres einen XBOX One- und PC-Controller vor, der sich an E-Sportler richtet. Wir haben uns den Controller am PC angeschaut und berichten Euch in diesem was er zu bieten hat.

    Haptik und Verarbeitung

    Razer orientiert sich mit dem Wolverine-Controller ganz klar am XBOX One-Controller-Design, aber setzt allerdings noch einige Features on Top. Aber fangen wir von vorne an.

    Der Lieferumfang hält sich stark in Grenzen, denn neben dem Controller ist nur das USB-Kabel des Controllers dabei. Manch einer fragt sich gerade: Kabel? Ja, der Controller ist kabelgebunden und wird nicht wireless verwendet, um jeglicher Verzögerung entgegen zu wirken. Bei dem Kabel handelt es sich dabei um ein USB-Micro-Kabel, das ummantelt ist. Der USB-Micro-Stecker besitzt eine etwas dickere Ummantelung mit einer Schiene und passt so entsprechend genau und fest in den Controller. Außerdem ist am Kabel ein Stolperschutz vorhanden. Desweiteren ist ein 3,5 mm-Anschluss für Headsets vorhanden.

    Der Controller sieht auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher XBOX One-Controller aus. Doch beim näheren Hinsehen kommen die Besonderheiten zum Vorschein. Neben dem stabilen und ummantelten Kabel bietet der Controller zusätzliche Tasten. Auf der Unterseite sind zwei große Tasten auf der Innenseite. Diese erinnern etwas an die des Steam-Controllers. Hinzu kommt zwischen den beiden Bumper-Tasten zwei zusätzliche Tasten. Selbstverständlich dürfen die Schiebeschalter für die beiden hinteren Trigger-Tasten nicht fehlen. Damit lässt sich der Tastenhub deutlich verringern, sodass damit die Trigger-Tasten um vielfaches schneller gedrückt werden können. Das ist recht nützlich je nach Spiel.
    Sonst bietet der Controller die üblichen Tasten eines XBOX-Controllers. Das Steuerkreuz ist dabei jedoch aufgeteilt, ähnlich dem PlayStation 4-Controller.

    Das Steuerkreuz liegt aber gefühlt etwas zu tief, weswegen es etwas schwer zu betätigen ist. Das hängt aber von der Handgröße ab. Spieler mit kleinen Händen könnten hier Schwierigkeiten haben.

    Technische Daten

    • 4 multifunktionale Tasten
    • 4 ABXY-Aktionstasten mit Mecha-Tactile
    • Mehrfarbiger Razer Chroma-Leuchtstreifen
    • Trigger-Stopper für Schnellfeuer
    • 3,5-mm-Audio-Anschluss als Stereo-Audio-Ausgang und Mikrofon-Eingang
    • Schnell entfernbares Kabel
    • Abnehmbares 3 m langes leichtes geflochtenes Faserkabel mit Micro-USB-Anschluss
    • Ungefähre Abmessungen: 106 mm (Länge) x 155 mm (Breite) x 66 mm (Höhe)
    • Ungefähres Gewicht (ohne Kabel): 370 g

    Die angesprochenen zusätzlichen Tasten auf der Rückseite und Oberseite sind dabei Makro-Tasten, die frei programmierbar sind. Doch dazu später noch mehr im Software-Abschnitt. Gleiches gilt für die Beleuchtung im Bereich der XBOX-Taste.

    Der Controller macht eine gute Figur und liegt sehr gut und angenehm in den Händen. Die Analog-Sticks bieten eine sehr weiche und präzise Bewegung. Dabei lässt sich die Empfindlichkeit per Software konfigurieren. Der Anschlag der Haupttasten erinnert etwas an eine mechanische Tastatur.

    Die Verarbeitung ist gut, aber leider nicht perfekt. Die Griffe sind gummiert, und bieten dadurch guten halt. Die gummierte Oberfläche geht dabei direkt in das restliche Controller-Gehäuse über. Doch leider ist an den beiden Trigger-Tasten der Controller nicht ganz durchgehend. Dies könnte aber auch ein Einzelfall sein.

    Was ist mit Razer Synapse?

    Zunächst sollte erwähnt werden, dass zwar auf der Verpackung eine PC-Unterstützung genannt wird, aber der Fokus auf Konsolen-Spieler liegt. Das lässt sich nicht nur an der XBOX One-typischen Verpackung erkennen, sondern auch anhand der Software.

    Wer Razer-Geräte kennt, kennt auch spätestens ab der Chroma-Serie die Synapse-Software. Damit lassen sich (in der Regel) alle Razer-Geräte konfigurieren sowie (wenn vorhanden) das Chroma-Feature nach Belieben individualisiert werden. Leider trifft das nicht ganz auf unseren Wolverine-Controller zu.

    Der Controller wird nicht von der Synapse-Software erkannt, sondern benötigt eine bestimmte Version der Synapse-Software, die im Windows Store vorhanden ist. Damit lässt sich das Gerät dann konfigurieren. Das Problem dabei: Das Chroma-Feature des Controllers lässt sich dadurch aber nicht mit anderen Chroma-Geräten synchronisieren. Das ist schade.

    Die Software für die Konfiguration ist identisch zu der, die auf der Konsole verwendet wird. Es lassen sich damit die Chroma-Beleuchtung in den verschiedenen, schon von anderen Geräten bekannten, Modi einstellen sowie die Tasten und deren Funktionen konfigurieren. Die Makro-Tasten auf der oberen Seite sind Standardmäßig für unterschiedliche Empfindlichkeiten der Analog-Controller eingestellt. So kann dynamisch während des Spiels die Empfindlichkeit geändert werden.
    Die beiden großen Tasten auf der Unterseite des Controllers sind standardmäßig als „A“, bzw. „B“ konfiguriert.

    Die Tasten des Controllers können aber frei konfiguriert werden sowie die Empfindlichkeit der einzelnen Analog-Sticks. Außerdem lassen sich auch Profile erstellen, die bei Bedarf geladen werden können. Die Konfiguration wird über den Controller gesteuert. Eine Maus-Unterstützung fehlt hier.

    Fazit

    Razer bringt mit dem Wolverine in der Tournament Edition einen interessanten Controller, der sehr gut in den Händen liegt, eine Top-Reaktion sowie viele Konfigurationsmöglichkeiten bietet. Doch leider ist er nicht ganz perfekt für alle Hände, wenn das Steuerkreuz betrachtet wird. Ich persönlich als PC-Spieler finde es etwas schade, dass der Controller nicht von der Desktop-Version der Razer-Software erkannt wird und konfiguriert werden kann, sodass er in eine vorhandene Chroma-Umgebung eingebunden werden kann. Für Konsolen-Spieler ist dieser Punkt jedoch zu vernachlässigen.
    Ein Punkt, der mir aber immer wieder zu denken gab, ist die Frage, warum Razer mit diesem Controller nicht den Schritt wagt und auf USB Typ C setzt? Wenn es bei einem solchen E-Sports-Controller auch um Haltbarkeit geht und der Typ C-Anschluss schon von den Spezifikationen aus mehr „aushält“, als USB Micro. Das ist aber nur ein Gedanke von mir in Anbetracht des Preises.

    Der Razer Wolverine in der Tournament ist ein solider Controller (eher) für XBOX One-Spieler, der aber mit einem stolzen Preis von knapp 140 € (UVP) um die Ecke kommt. Der normale Spieler wird sich möglicherweise an dem Kabel stören, dennoch kann der Controller mit seiner Haptik und Konfigurationsmöglichkeiten punkten und überzeugen.

     

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    Gustav Knaub
    Film- und Computerspielbegeisterter, der mit MediaField anfing und damit nun hier im Bereich für Spiele- und Filmtrailer gelandet ist.