Kolink Phalanx – Test / Review

    Kolink Case

    Wenn man sich im Bereich Computer-Gehäuse umschaut, dann ist es fast schon schwer sich einen Überblick über aktuelle Hersteller und Trends zu machen. Überall bringen neue Hersteller ihre Produkte an den Markt. Hersteller, die teilweise noch recht jung und unbekannt sind. Diese folgen aktuellen Trends und man trifft auch bei ihnen auf Produkte, die mit Schlagwörtern/Features wie RGB-LED oder Tempered Glass beworben werden.

    Wir haben uns dazu einen neuen Hersteller und eines seiner Gehäuse angeschaut. Die Rede ist vom Phalanx RGB des Herstellers Kolink. Was das Gehäuse mit sich bringt und ob es damit überzeugen kann, könnt ihr in diesem Test lesen.

    Kolink – Eine kurze Einleitung

    Kolink ist ein recht neuer Hersteller aus Ungarn und bietet schon eine relativ breite Produktpalette an. Neben PC-Gehäusen für aktuelle Formfaktoren in verschiedenen Designs und Größen bewegt sich Kolink auch im Markt für Netzteile in unterschiedlichen Leistungs- und Effizienzklassen mit aktuellen Schutzstandards.
    Darüber hinaus werden auch Gehäusezubehör, wie beispielsweise Kabel, Adapter, etc. sowie Lüfter angeboten.

    Der Lieferumfang und technische Daten

    Das Phalanx RGB wird in einem schlichten und einfachen Standard-Gehäusekarton geliefert. Beim Auspacken fallen uns gleich die gebürstete Front sowie das Seitenteil aus Tempered Glass auf. Ein Blick ins Innere Verrät gleich: hier ist viel Platz für alle möglichen Systemkonfigurationen vorhanden.

    Das Design ist schlicht und hat doch vor allem etwas von Eleganz. Das wird deutlich, wenn wir die Schrauben an der Seitenwand aus Tempered Glass lösen: die Seitenwand ist an Scharnieren befestigt und lässt sich einfach und sanft aufschwingen, sodass wir direkten Zugang zum Inneren haben.

    Reichlich Platz im Inneren

    Dort fällt uns gleich das Zweikammern-Design auf, welches das Netzteil abdeckt und auch Raum für Kabel sowie Festplatten/SSDs bietet.
    An der Rückseite ist einer der vier vorinstallierten Lüfter zu sehen. Die anderen drei befinden sich an der Frontseite. Das oben genannte gebürstete Aluminium an der Frontseite ist zudem zweigeteilt und besitzt in der Mitte ein Mesh-Gitter, wodurch die drei Lüfter zu sehen sind.

    Gebürstete Aluminium-Front

    Entfernen wir das zweite Seitenpanel sehen wir den mitgelieferten Controller für Lüfter sowie RGB-Stripes, der fest an der Rückseite der Mainboard Mountingplate angebracht ist. Außerdem sind knapp ein paar Zentimeter Platz, um Kabel unterzubringen.

    Die RGB-Beleuchtung lässt sich über den Controller mittels I/O-Panel des Gehäuses, der beiliegenden Fernbedienung oder (wenn entsprechende Anschlüsse vorhanden sind) über das Mainboard steuern. Der Controller bietet zudem noch Slots für sechs weitere RGB-Lüfter sowie 2 RGB-Stripes.

    Controller für Lüfter und RGB-Stripes

    Technische Daten

    • Maße: 210 x 510 x 445 mm (BxHxT)
    • Gewicht: 6,9 kg
    • Volumen: 47,66 l
    • Material: Aluminium, Stahl, Hartglas
    • Mainboard-Formfaktor: Mini-ITX, µATX, ATX, E-ATX
    • Maximale CPU-Kühler-Höhe: 160 mm
    • Maximale GPU-Länge: 370 mm
    • Netzteil: ATX, bis max. 240 mm Tiefe
    • Radiatorgröße: 280 mm vorne, 280 mm oben, 120 mm hinten
    • Lüfter (vorne): vorinstalliert: 3 x 120 mm (RGB)optional: 3 x 140 mm
    • Lüfter (hinten): vorinstalliert: 1 x 120 mm (RGB)
    • Lüfter – oben: optional – 2 x 140 mm
    • Front I/O: 1 x USB 3.2 Gen 1 (Typ A), 2 x USB 2.0 (Typ A), 1 x Mikrofon 3,5 mm, 1 x Kopfhörer 3,5 mm
    • Besonderheiten: Staubfilter an Ober- und Unterseite

    Zum Lieferumfang gehört auch ein Satz Schrauben, Kabelbinder sowie eine Fernbedienung für die RGB-Beleuchtung. Eine Kurzbeschreibung des Gehäuses ist nicht dabei.

    Was ist billig und was ist preiswert? – Die Verarbeitung

    Beim Auspacken ist nicht nur optisch etwas aufgefallen: wir konnten auch direkt etwas fühlen, was uns nicht sehr gefallen hat. Es war etwas zu dünnes Material.
    Vor allem an der Rückseite des Gehäuses fällt auf, dass der verwendete Stahl dünn ist und einen etwas billigen Eindruck macht. Darüber hinaus müssen die Slotblenden herausgebrochen werden, was im Jahr 2019 eigentlich nicht mehr sein muss.
    Hinzu kommt, dass die Gewindebohrungen der Seitenwand nach einmaligem Entfernen der Gehäuseschrauben zum Teil Schaden nehmen und anschließend nicht wieder sauber verschraubt werden können. Hier wurde leider am falschen Ende gespart.

    Dagegen macht die Seitenwand aus Tempered Glass einen sehr guten und wertigen Eindruck. Allerdings lassen die Scharniere zu, dass die Seitenwand in einen Winkel über 180 ° aufschwingt. Dafür lässt sich die Seitenwand auch einfach herausheben.
    Wie immer bei Seitenwänden aus Glas gilt auch hier: Handle with care!

    RGB, what else? – Die Features

    Die Hauptfeatures des Gehäuses sind ganz klar das große Platzangebot und die RGB-Beleuchtung durch die vorinstallierten Lüfter und weiteren optionalen RGB-Stripes, die durch das Seitenteil aus Tempered Glass richtig zur Geltung kommen. Allerdings besitzen die Lüfter nur einen Anschluss, also für die Spannungsversorgung sowie Steuersignale. Es ist kein genormter 3- oder 4-Pin Molex-Stecker vorhanden, sondern ein proprietärer Anschluss.

    Controller mit den proprietären Anschlüsse

    Die Farben der Lüfter sind satt und mit der Fernbedienung lassen sich Modi, Farbe sowie Helligkeit einstellen. Soll die RGB-Beleuchtung über das Frontpanel gesteuert werden, wird die Reset-Taste dazu „zweckentfremdet“, dies ist ab Werk so verkabelt.
    Es wird eine große Anzahl an Kombinationen von Farbeffekten geboten. Allerdings lässt sich die Geschwindigkeit nicht steuern.

    Fazit

    Das Kolink Phalanx scheint auf dem Papier ein stimmiges Gesamtpaket abzuliefern, kann aber in der Realität nicht komplett überzeugen. Positiv sind ganz klar das Design, das Platzangebot und die mitgelieferten Lüfter zu nennen. Dem steht allerdings eine schlechte Verarbeitung sowie andere, etwas vernachlässigbare, Punkte, wie etwa die proprietären Lüfteranschlüsse, gegenüber.
    Bei einem Preis von ca. 80 € sollte das verwendete Material einen wertigeren Eindruck machen und nicht zu dünn sein. Hier hat Kolink etwas Nachholbedarf.

    Gustav Knaub
    Film- und Computerspielbegeisterter, der mit MediaField anfing und damit nun hier im Bereich für Spiele- und Filmtrailer gelandet ist.