THOR: Tag der Entscheidung – Filmkritik

    Kinoplakat zum Film

    Mit THOR: Tag der Entscheidung werden die Geschichten „Planet Hulk“ und „Ragnarok„, dem Ende aller Welten, aufgegriffen. Eine sehr dramatische Erzählung der nordischen Mythologie. Thor lässt sich von dem uralten Feind Surtur gefangen nehmen, um diesen und seine Lakaien im eigenen Reich zu vernichten. Als er wieder nach Asgard geht, stellt er fest, dass sich seine Heimat sehr verändert hat. Noch im letzten Thor Titel hatte Loki Odin entführt und sich als Odin ausgegeben. Dieser Trug flog nun auf und Thor nimmt Loki mit, um Odin zu finden. Nachdem Odin gefunden wurde tauchte die Todesgöttin Hela auf. Nach einem kurzen Kampf im Bifröst wachte Thor auf einem zugemüllten Planeten auf und Hela in Asgard.

    Über THOR: Tag der Entscheidung

    Einmal mehr steht Chris Hemsworth als Thor vor der Leinwand und für die Fans passt er einfach wie angegossen in diese Rolle. Nach dem ersten Trailer gab es schon erste Schnappatmungen durch die kurzen Haare, aber es sei euch versichert, es gibt einen guten Grund dazu. Lasst euch überraschen. Eine große Rolle in dem Film spielen auch Mark Ruffalo als Hulk und Tom Hiddleston als Loki. Natürlich bleibt Loki seiner lügnerischen Rolle treu und versucht immer wieder seine Tricks auszuspielen. Was Tom Hiddleston zu einem guten Loki macht, ist seine Körpersprache, wenn er in seiner Figur als Schlitzohr ist. Neuzugang ist die Valkyrie Tessa Thompson. Sie ist eine toughe Frau, die Leute entführt und an den Grandmaster verkauft. Eine kleinere Rolle spielt Benedict Cumberbatch als Dr. Strange. Die Dr. Strange Post-Credits verspachen damals, dass Dr. Strange Thor helfen wird seinen Vater zu finden. Leider wurde dies in einer 5 Minuten Szene abarbeitet. „Ah, ich guck schnell in paar Bücher, ok da ist er, tschüss“. Benedict Cumberbatch hat dennoch einen starken Eindruck hinterlassen, da er gleich zwei Rollen spielte. Auf der Suche nach Hinweisen zu Odin spürte man einen Hauch von Sherlock. Hintergrundmusik und die Kreditkarte mit der Adresse von ihm waren eine eindeutige Anspielung.

    Von den anderen Thor Filmen schon gewohnt, gibt es großartige Kamerafahrten von Asgard. Wenn es aus dem Eingang des Bifröst rausgeht, bekommt man einen tollen Blick auf die vergoldete Stadt und den beeindruckenden Bergen um sie herum. Eindrucksvoll war auch die riesige Arena, als Thor und Hulk aufeinandertrafen. In Thor 3 wurde aber auch viel mit der Farbe und Laserlight gespielt. Sodass der „Weltuntergangs“-Film einen nicht so passenden 70’s Synth Pop Flair bekam. Bedauerlicherweise haben auch viel zu viele Gags und Slapstick die Spannung und Atmosphäre kaputtgemacht. Gefühlt hatte Thor zwei Minuten um seinen Vater getrauert und dann nur noch Witze gerissen, als gäbe es keinen Morgen. Ragnarok erzählt schließlich die Geschichte über das Ende der Welten. Da sind die vielen Karllauer einfach nur unpassend und nervig. Ich glaube man hat versucht den Mainstream anzusprechen, wie man es bei Guardians of the Galaxy macht. Letztlich nahmen diese aber auch die Tiefe und Dramatik des Filmes.

    Zugute kommen muss man den Film, dass er einen immer noch packt. Thor muss viele Verluste hinnehmen und einige Stellen des Films sorgen für eine offene Kinnlade. Das ist etwas, dass Marvel im Blut hat. Gerade der Filmeinstieg zwischen Thor und Feuer-Dämon Surtur hat mich aus dem Sitz gehauen. Dieser wurde sehr gut mit Thor’s mächtigem Hammer in Szene gesetzt.

    Fazit

    THOR: Tag der Entscheidung geht 130 Minuten und ist ein solider Popcorn-Film. Ein Punkt, der mir vor dem Film nicht gefallen hat, ist der selten dämliche deutsche Titel. Es hieße „Ragnarok“ hätte man aus Copyright Gründen eines anderen Filmes nicht nehmen können, aber „Tag der Entscheidung“ ist nicht im Ansatz treffend, wenn man hinnehmen muss, dass „Ragnarok“ das Ende aller Welten ist und das nicht entschieden werden kann. Titel wie, „Thor: End of Agard“ oder „Thor: Wo ist Sif?“ hätten eher gepasst. Als Comedy-Film funktioniert Thor 3 gut, auch wenn im zweiten Drittel des Filmes es anstrengend wird. Weltuntergangsfeeling und Dramatik kommt nicht auf. Außerdem habe ich nicht verstanden, warum man innerhalb paar Sekunden Thor’s Freunde sterben lässt und darauf nicht mal eingegangen wird oder eine „letzter Atemzug“ Szene gezeigt wird. Hela, die Todesgöttin, wird durchweg als übermächtig präsentiert, doch bleibt am Ende keine 5 Minuten stehen. Mir viel auf, dass diese Figur auch keine starke Präsenz in dem Film zeigte. Rein von der Story her ist der Film gut gelungen. Man kreuzte hier die Geschichte „Planet Hulk“ und „Thor Ragnarok“. Dabei wird sich auch sehr an die Comic Vorlage gehalten. Thor ist ein solider Genre-Film, wird aber dem Level, welches Marvel sich selbst setzt nicht gerecht. Zum Halloween-Date ist der Film dennoch eine gute Wahl!

    THOR: Tag der Entscheidung bekommt von mir eine 7 von 10!

    Viel Spaß im Kino.

    Die Review zum Comic „Thor: Ragnarök“ findet ihr übrigens auch bei uns und zwar >>hier<<!

    THOR: Tag der Entscheidung kommt am 31. Oktober 2017 in die deutschen Kinos.

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    Daniel Plaumann
    Zuständig für Film, Comics und den Xbox Bereich. Fachverkäufer bei Saturn.