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Posted 17. Mai 2016 by Ben Ji in Hardware
 
 

Gunnar Gaming-Brille „Strike“ – Test / Review



Egal ob an Messeständen oder auf Nasen von Streamern und Castern, man sieht sie überall: Gaming-Brillen. Ein lässiges Design mit gelben Gläsern gibt zwar einen Bonus für guten Stil, aber sind diese Brillen auch sinnvoll? Laut dem Hersteller Gunnar Optiks verbessern jene Brillen die Schärfe der Spieltexturen, wie auch die Sicht auf den Bildschirm und beugen gar Ermüdungserscheinungen vor. Nach all diesen Versprechen herrschte bei mir allerdings Skepsis, jedoch sollten sie laut den Berichten der meisten Nutzer eingehalten werden.

gunnarvorteile

Was ist das Geheimnis hinter den Gaming-Brillen?

Bereits vor vier Jahren bekamen wir ein Rezensionsmuster, jedoch gilt auch noch heute, dass diese Brillen außerhalb des 3D-Sektors noch immer das Neuland in Sachen Hardware darstellen und eine Erklärung benötigen. Das Merkmal, welches sich sofort zu erkennen gibt, sind die gelb getönten Gläser, die auf den ersten Blick wie eine normale Sonnenbrille wirken. Jedoch steckt dahinter die ganze Technologie der Brillen: I-AMP. Diese Färbung des Glases filtert blaue Farbtöne aus und sorgt so für ein schärferes Bild. Auch besitzen die Gläser eine Sehstärke von +0.2 Dioptrien. Diese Sichtkorrektur ist dabei nicht einmal halb so stark wie die schwächste erdenkbare Lesebrille und erfüllt auch lediglich den Zweck, eine leichte Vergrößerung des Sichtfelds herbeizuführen. Auch hat jene Tönung den Nutzen, dass weniger Licht zu den Augen dringt, was zwar auf einer Seite dafür sorgt, dass das Bild auf dem Monitor etwas dunkler wird, aber auch helle Effekte nicht überstrahlen und die Augäpfel nicht wegschmelzen, wenn man nachts im abgedunkelten Zimmer auf ein Word-Dokument schaut. Passend zum Word-Dokument muss zudem angemerkt werden, dass im Officebereich auch das sogenannte Computer Vision Syndrome reduziert wird, mit anderen Worten: jede Form von Erkrankung, die mit Bildschirmarbeit zu tun hat. Das wären brennende, ermüdete Augen, über Kopf- und Nackenschmerzen bis hin zur allgemeinen Müdigkeit und diversen Problemen, die zur Irritation der Augen beitragen würden.

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„Gunnar“ auf dem linken Glas.

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„Gunnar“ auf dem linken Bügel.

Die eigenen Testbedingungen

Ich, 22 Jahre jung, Webentwickler seit ’nem recht jungen Alter, habe unter anderem ziemlich viele Probleme mit den Augen, darunter fällt auch Trockenheit, welche öfters dafür gesorgt hat, dass ich mir die Augen feucht gerieben habe oder gar Augentropfen griffbereit gestellt habe. Auch war meine Übergangslösung, alle möglichen Applikationen auf einen „Dark Theme“ umzustellen, auf Dauer nicht hilfreich.  Für Personen, die viel Zeit am Monitor verbringen, stellen Augenprobleme große Gefahren da und so kam eine Gamingbrille, ferner auch Computerbrille infrage, die ich auch direkt nach Ankunft zwei Wochen im Dauertest hatte, sprich in allen Tätigkeiten, bei denen ich vor jeder Art von Monitor saß.

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Der Tragekomfort

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Heroes Logo

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Alle Heroes Elemente

Zum Test bekam ich die Gunnar „Heroes of the Storm – Strike“, die von Designelementen zu jenem Spiel geprägt ist. Dieses Modell besitzt beispielsweise keinerlei Aussparungen, die z.B. das Tragen eines Headsets angenehmer gestalten, allerdings stellte dies für mich kein Problem dar, da ich mich dann aufgrund der Dauer ans Headset-Tragen gewöhnt
habe. So gab es diesen Druck hinter den Ohren lediglich innerhalb der ersten paar Tage, aber auch nur, während ich ein Headset trug. Klarstellung: Die Brille sitzt bequem am Kopf, jedoch in Kombination mit einem Headset sehr gewöhnungsbedürftig.  Jedoch gibt es andere Modelle von Gunnar, die an ihren Bügeln Aussparungen haben, um eben jenes vorzubeugen. Hier gilt bereits: Wenn ihr euch eine solche Brille besorgt, dann in der richtigen Größe oder mit einem Modell, welches quasi zugeschnitten ist, denn sonst kann auch die i-AMP-Technologie nicht helfen, wenn ihr Kopfschmerzen bekommen solltet.

Die Brille beim Gaming

Ich starte Heroes of the Storm und setze meine Brille auf. Ich realisiere direkt, dass das gesamte Spiel dunkler wird und das Licht des Bildschirmes weniger strahlt, das Ganze ist viel angenehmer als sonst. Auch der zu erwartende Gelbstich trat nicht ein, sondern die Farben erschienen wärmer. So empfand ich ebenfalls diese dunkleren Farben als deutlich angenehmer, manch einer muss sich allerdings auch erst daran gewöhnen. Irritationen gab es zu dieser Anfangsphase nur, wenn ich die Brille nicht abnahm und mich vom Monitor und Co. wegbegab, um mir Trinken oder Essen zu holen, denn dann taucht die I-AMP-Technologie alles in einen gelben Schleier, welcher einer sommerlichen Abenddämmerung gleichkam. Sämtliche Texturen wirken deutlich schärfer und sind klarer erkennbar, als Grafikfetischist ist man quasi somit im Paradies. Bei Spielen wie World of Warcraft stellt dies keinerlei spielerischen Vorteil dar, jedoch hat man in anderen Spielen, die mit Halbtransparenz arbeiten oder bei denen einfach die Texturen schärfer werden den Vorteil, dass teilweise Gegner schneller erkannt werden und somit auch schneller reagiert wird. Eine solche Situation erklärt auch, weshalb in diversen Spielen eben solche Brillen getragen werden, z.B. auch in Starcraft oder in diversen Shootern. Spiele wie Assassin’s Creed, die einen grellen, weißen Ladebildschirm haben, werden mit der Brille ebenfalls angenehmer und es wird quasi nicht verlangt, die Helligkeit des Monitors anzupassen, damit man beim Spielen in der Nacht nicht die Augen ausbrennt.

Als ich die Brille nach meiner Spielesession abnahm, merkte ich, wie groß der Unterschied in Sachen Sicht doch ist. Sämtliche Texturen und Farben wirken verwaschener und matter und Farben strahlen recht grell. Soll allerdings nicht heißen, dass man ohne Brille dann nicht mehr spielen könne, denn nach einer Nacht Durchschlafen, haben sich auch die Augen an die Umstände ohne Brille gewöhnt. Solltet ihr allerdings irgendetwas mit der Brille starten, dann solltet ihr dies mit der Brille durchziehen, wobei es auch keinen Grund geben sollte, diese mittendrin wegzulegen. Auch die Reduzierung von Computer Vision Syndrome ist deutlich besser spürbar, sofern man darauf achtet, denn zu spüren gibt es nichts: Ich hatte keine brennenden Augen mehr und die Trockenheit der Augen wurde quasi verdrängt.

Einziges Manko, welches auch sehr nervend ist: Die Gläser sind kaum bis nicht entspiegelt. Jedoch darf man auch nicht mehr erwarten, denn wer schon einmal eine Brille gekauft hat, der weiß, dass der Preis von durchschnittlichen 80 Euro pro Brille nicht mehr möglich wäre. Jedoch gewöhnt man sich an dieses Manko, so, dass man diese Spiegelungen kaum bis nicht mehr wahrnimmt. Problematisch könnte es nur werden, wenn man mit Tageslicht oder mit der hellen Schreibtischlampe zu tun bekommt.74

Die Brille beim Arbeiten

Im Vergleich hin zum Spielen fällt einem der Gelbstich zunächst deutlicher auf, jedoch gewöhnt man sich auch an diesen. Es wirkt anfänglich so, als würde man mit einer schwach getönten Sonnenbrille arbeiten, nichtsdestotrotz hat dies alles aber auch seine Vorteile: Aufgrund eines stärkeren Kontrasts wird der harte Schwarz-Weiß-Kontrast beim Lesen aufgebrochen und Buchstaben, beispielsweise innerhalb eines Word-Dokuments, sind ohne Anstrengungen voneinander zu unterscheiden. Auch verrutscht man sich quasi nicht mal mehr um eine Zeile, sollte man etwas lesen. Hierbei merkt man die Abhilfe durch die minimale Vergrößerung in den Brillengläsern. Auch beim Arbeiten mit Photoshop realisierte ich teilweise Schatten oder andere halbtransparente Elemente, die ich ohne Brille gar nicht wahrnahm. Nach mehreren Tagen stellte ich auch fest, dass meine Augen morgens ausgeruhter sind als abends kurz vor Feierabend. Ich brauche beispielsweise auch nicht mehr die Augen zukneifen oder mir an den Augen zu reiben, um noch einwandfrei zu lesen, die Brille schafft dabei Abhilfe.

Anfängliche Bedenken waren, ob sich die Augen gar an diese Erhöhung gewöhnen und alltägliches Sehen dadurch mühsamer wird, mit anderen Worten, dass die Augen durch die Nutzung der Brille selbst schlechter werden. Jedoch konnte ich jetzt nach diesen ersten zwei Wochen keinerlei Sehschwäche im Alltag feststellen. Allerdings gibt es klare Empfehlungen von Gunnar Optiks, nämlich jene, dass man regelmäßige Bildschirmpausen, wie man es aus manch Spiel kennt, einhalten sollte und in diesen Momenten die Brille absetzen sollten. Vorsicht ist besser als gar keine Sicht.

Fazit

Die meistgestellte Frage wird wohl sein, ob man 60 bis 100 Euro für eine solche Gamingbrille ausgeben würde, meine Antwort hierbei lautet allerdings: „Ja, aber!“. Das „Ja“ steht hierbei für alle positiven Vorteile: Angenehmeres Licht, bessere Kontraste, das Entlasten der Augen und komfortableres Spielerlebnis. Das „Aber“ stellt jedoch das persönliche Empfinden dar, ob jemand für ein reines Komfortprodukt diesen Batzen an Geld ausgeben möchte. Viele würden da eine geilere Maus oder ein besseres Keyboard bevorzugen, allerdings hat auch das „Aber“ ein „Aber“, denn ich sitze am Tag bis zu 12 Stunden vor dem Monitor und meine Augen sind mir wichtig, wodurch dieser Batzen ein angemessener Preis dafür ist, dass meine Augen selbst nach 12 Stunden vor dem Monitor keinerlei Beschwerden aufweisen.
Für jene Leser, die sich Fragen, ob die Möglichkeit bestehe, die Brille mit einer Sehstärke zu erwerben möglich wäre, lautet die Antwort ja. Hierzu sollten die Eckdaten als Anfrage für eine RX Brille individuell via Mail an contact@gunnars.at erfolgen.

kaufempfehlung

Besuche Gunnar-Optiks auf:

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Ben Ji

 
Ben Ji
Schon im jungen Alter begab sich Benji, in die Weiten des Internets. Nutzte dieses schon damals nicht nur um Unterhaltung geboten zu bekommen, sondern auch produktiv. Heute, einige Jahre später, hat er die Lust an seinen Tätigkeiten nicht verloren und so stillt er auch nun mit Game2Gether ein wenig seinen Schreibwahn. Auch seine technischen Fähigkeiten bleiben dabei nicht auf der Strecke.