Die Nintendo Switch – Fakten und persönliche Meinungen dazu.

Für viele klingelte heute schon kurz vor 5 Uhr der Wecker. Doch nicht die Arbeit oder die Schule hat gerufen. Nein, es war die Pressekonferenz von Nintendo, welche heiß erwartet wurde. Es gab einige Spekulationen und viele Magazine, die fast täglich angebliche Leaks und Bekanntgebungen zur Switch hatten. Doch was ist davon geblieben? Wie ist mein Eindruck von der Konsole? Lohnt sich überhaupt der Kauf? Das klären wir in diesem Artikel.

Kommen wir erstmal zu den knallharten Fakten zur Nintendo Switch. Als Fakten nehmen wir dazu NUR die bereits bestätigten Nintendo Informationen und kein Getuschel drum herum (wie z.B. die Preise zum Online Service). Es gibt mehrere Methoden mit der die Konsole bedient werden kann.

Fakten in der Kurzfassung:

  • 2 Modi: Tablett- und Dock-Modus
  • 3-6 Stunden Akkulaufzeit als Tablet
  • 32GB Interner Speicher
  • Speicher mit SD-Karte erweiterbar
  • Erscheint am 03.03.2017
  • Auflösung im Dock-Modus: 1080p
  • Sound im Dock-Modus: 5.1
  • Auflösung im Tablet-Modus: 720p
  • Sound im Tablet-Modus: Stereo Modus (+Kopfhörer Anschluss)
  • Controller in zwei Joy-Cons aufteilbar zum spontanen Multiplayerspielen im Dock- und Tablet-Modus
  • Joy-Cons haben Motion-Controll und „Sense-HD“
  • Nur vier Start Titel
  • 80 Spiele laut Nintendo bereits in der Entwicklung
So sieht die Docking Station der Switch aus.

Im Dock-Modus ist die Switch eine klassische Konsole und das Bild wird über ein HDMI-Signal in maximal 1080p auf den TV geschickt. Dazu wird es im Dock-Modus eine 5.1 Sound-Untersützung geben. Hier ist es also alles beim alten geblieben. 1080p und 5.1, das kann auch die Wii U. Neu ist hier also nur die Art des Controllers, den man entweder klassisch als Gamepad benutzt, aufteilt und als eine Art Mini-Controller mit zwei Personen nutzt (den so genannten Joy-Con) oder man beide Hälften des Joy-Cons in den Händen hält und ihn als Motion Controller verwendet. Hier kehrt Nintendo also wieder zu den Anfängen der Wii zurück. Doch gleichzeitig versprechen sie einige Extras. So wird es möglich sein Objekte vor dem Joy-Con zu scannen um zum Beispiel Gesten oder Abstände zu erkennen. Dazu sollen sie in der Lage sein bestimmte Eigenschaften und Beschaffenheiten vorzutäuschen. Als Beispiel nannte Nintendo, dass man am Joy-Con simulieren kann, dass es ein Glas mit einem Eiswürfel ist. Es soll sich also tatsächlich so anfühlen als hätte man einen Eiswürfel im Joy-Con. Der Spieler soll sogar merken, wie viele Eiswürfel gerade im Glas sind. Das bietet natürlich umfangreiche Möglichkeiten für Spiele-Entwickler. Nintendo nannte dieses Feature „Sense-HD“

Nimmt man die Switch aus dem Dock heraus, wechselt die Konsole automatisch in den Tablet-Modus. Hier werden die Joy-Cons an der Seite der Switch befestigt und wir können nun unterwegs spielen. Der Akku soll zwischen 3 und 6 Stunden halten. Die Akkulaufzeit ist damit relativ gering. Im Tablet Modus werden die Spiele in 720p ausgegeben, was Akku sparen und auf der geringen Größe des Displays trotzdem scharfe Bilder liefern soll. Dank des Typ-C USB-Anschlusses können wir aber jeden mobilen Akku benutzen, um auch Unterwegs die Spielzeit zu vervielfachen. So dürften auch 30 Stunden möglich sein. Eine weitere Besonderheit ist, dass wir auch im Tablet-Modus einfach die Joy-Cons abnehmen können und somit zu Zweit an der Switch spielen können. Mario Kart Splitscreen-Aktion für Unterwegs? Das klingt vielversprechend!

Egal in welchem Modus man an der Switch spielt, es wird großen Wert auf den Multiplayer gelegt. Dabei wird ganz klar der klassische Splitscreen-Modus bei Nintendo nicht vergessen. Etwas das wir uns auch von den anderen Herstellern wünschen würden. Darüber hinaus hat Nintendo angekündigt, dass es einen verbesserten Online-Dienst geben wird. Wie genau der aussieht ist noch unklar, aber es soll möglich sein, seine Switch mit dem Smartphone zu verbinden, um so mit seinen Freunden zu Chatten und zu Sprechen. Der Online-Dienst wird dann ab Herbst nicht mehr kostenlos sein. Das kennen wir bereits von Sony und Microsoft, doch wie teuer der Dienst sein wird und was wir alles erwarten dürfen, ist noch nicht bestätigt.

Auch Amiibos dürfen bei der Switch nicht fehlen.

Neben der geringen Laufzeit des Akkus gibt es leider noch etwas das sehr gering ausfällt. Der interne Speicher soll nur 32 GB umfassen. In einer Zeit, in der Spiele oft auch Online gekauft werden, um sie ohne Modul (Ja die Switch hat Module, keine Disks), jeder Zeit spielen zu können, ist 32 GB nicht annähernd zukunftsorientiert. Eine etwas teurere Version mit 128 oder mehr GB wäre wünschenswert gewesen. Immerhin können wir die Switch wie gewohnt mit SD-Karten aufrüsten. Diese sind in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden und oft bekommt man sogar schon 256 GB für knapp 120€. Für die meisten wird aber eine 64 GB – 128 GB Karte ausreichen, um die Konsole mit genug Speicher zu versehen.

Das Wichtigste bei dem Release einer neuen Konsole ist wahrscheinlich das Spiele-Angebot. Laut Nintendo sind ganze 80 Titel derzeit in der Entwicklung für die Switch. Fraglich dabei ist natürlich wie viele dieser Titel einfache Simulationen wie damals z.B. das Wii Sports sind. Doch einige der gezeigten Spiele versprechen einiges. So wird Zelda – Breath of the Wild, aller Gerüchte zum Trotz, am 03.03.2017 gleichzeitig mit der Switch erscheinen. Die Wii U Version erscheint ebenfalls. Ein neues Mario – mit dem bei Namen Odyssey – wird im Winter folgen. Weitere Titel die angekündigt wurden waren unter anderem: Splatoon 2, Skyrim, Arms, „1, 2, Switch“, Mario Kart 8 Deluxe und Xenoblade 2. Zum Release werden allerdings nur vier Titel zur Verfügung stehen. Neben Zelda – Breath of the Wild wird es „1, 2, Switch“, Skylanders Imaginators und Just Dance 2017 geben. Ein sehr kleines Line-Up also. Doch Nintendo verspricht, dass Titel wie Arms und Bomberman R schon kurz nach dem Konsolen-Release folgen.

Mario Kart 9? Nein leider nicht! Aber Mario Kart 8 mit mehr Inhalten, das werden wir auf der Switch zu sehen bekommen! Wann? Das wissen wir noch nicht, denn auch das ist kein Release Titel

 

Fazit:

Ich bin geteilter Meinung über die Switch. Mir persönlich gefällt das mobile Konzept  der Konsole, aber ich weiß auch, dass ich es kaum nutzen werde. Selbst meinen 3DS benutze ich fast ausschließlich zu Hause. Doch alleine die Möglichkeit zu haben, die Konsole quasi einzupacken und mit Freunden auf Reisen fix ne runde Mario Kart zu spielen, ist genial. Die 720p-Auflösung ist vollkommen ausreichend und die Akku-Schwächen können mit einer Powerbank ausgeglichen werden. Die Switch wird deutlich mehr Strom verbrauchen als ein Smartphone und einen starken Akku einzubauen ist immer auch mit einem hohem Gewicht verbunden. Niemand möchte eine mobile Konsole, die mehrere Kilo wiegt.

Zelda und Mario sehen großartig aus. Der starke Fokus auf Splitscreen-Aktion verspricht Party-Spaß und auch Titel wie „1, 2, Switch“ und Arms könnten wirklich Spaß machen. Ob wir Skyrim wirklich noch auf der Switch gebraucht hätten, ist fraglich, gerade da es kein Starttitel ist, um das magere Release-Angebot aufzuwerten. Das Nintendo mit nur vier! Spielen zum Konsolen-Release starten möchte, empfinde ich als dickes Minus. Gerade wenn man sich die Titel anschaut, da wird für die meisten nur Zelda interessant sein. Allerdings soll sich das ja bald ändern und die Titel, die noch in der Entwicklung sind, klingen nicht schlecht. Spannende Titel wie Squar Enixs „Project Octopath Traveler“ rief auch bei mir kurzzeitige Gänsehaut hervor. Darüber hinaus sind wieder wichtige Core-Titel wie Fifa mit an Board, die für viele interessant sind.

Warum Nintendo sich für einen 32 GB Internen Speicher entschieden hat, bleibt mir schleierhaft. Auch wenn man dank der Modulen sicherlich viel Speicherauslagerung spart, ist 32 GB viel zu wenig. Besitzer mehrerer Spiele werden also wieder zur SD-karte greifen müssen. Neben der Auflösung schien die Grafik der gezeigten Titel leider nur leicht verbessert zur Wii U zu sein. An eine Playstation 4, Xbox One oder gar einem normalen PC kommt die Switch also nicht ran. Dass muss sie zwar auch nicht, aber wir haben wohl alle insgeheim gehofft, dass da etwas mehr geht.

Wie ich in meinem ersten Satz schon erwähnt habe, bin ich mir unschlüssig, ob die Switch sich irgendwann wirklich für Core-Gamer lohnen wird . Für Nintendo Fans die nicht auf Zelda, Mario und Co. verzichten können, wird auch die Konsole ein Pflichtkauf sein. Allerdings nicht unbedingt zum Release am 03.03.2017. Ich hoffe das Nintendo etwas daraus macht, denn das Potenzial ist da!

 

Wer das Event verpasst hat, kann es hier noch einmal in voller Länge anschauen: